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Mainzer Zellbiologen gehen Funktion von Goliath-Rezeptor auf den Grund

05.02.2015

Arbeitsweise und Rolle des Rezeptors VLGR1 soll auch im Hinblick auf mögliche Therapieansätze für das Usher-Syndrom erforscht werden

Im Rahmen einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) werden Zellbiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die Funktionsweise des größten Rezeptors unseres Körpers, des sogenannten „Very Large G protein-coupled Receptor-1“ (VLGR1), untersuchen.


Der Rezeptor VLGR1 (grün) im Primärzilium einer Zelle: VLGR1 ist vor allem an der Basis des Primärziliums, aber auch entlang des Zilienschaftes zu finden.

Foto: B. Knapp, AG Wolfrum, JGU

Der Gigant ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor (GPCR), der zu der bislang wenig untersuchten Familie der Adhäsions-GPCRs zählt. Während die Funktion klassischer GPCRs bereits recht gut verstanden ist, ist über die Mechanismen, wie in dieser Rezeptorklasse die Adhäsionseigenschaften mit der Aktivierung integriert werden, bisher weit weniger bekannt.

Die neue Forschergruppe „Elucidation of Adhesion-GPCR signaling“, deren Einrichtung die DFG im Herbst genehmigt hatte, konzentriert sich auf die Analyse von Struktur und Funktion von Adhäsions-GPCRs. Daran beteiligt sind Wissenschaftler der Universitäten in Würzburg (Sprecher Dr. Tobias Langenhan), Leipzig, Erlangen-Nürnberg, Mainz und Amsterdam.

An der JGU wird das Team um Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum die physiologische Rolle von VLGR1 an der Zelloberfläche untersuchen. Dabei sollen die Mechanismen, die zur Aktivierung von VLGR1 führen, und die Wege der Signalweiterleitung in der Zelle entschlüsselt werden. Zudem soll die spezielle Funktion von VLGR1 in sensorischen Zilien in Auge und Ohr aufgeklärt werden.

„Unsere Untersuchungen am Goliath-Rezeptor VLGR1 sind auch von übergeordneter Bedeutung, weil Mutationen im VLGR1-Gen zum Usher-Syndrom des Menschen, der häufigsten Form erblich bedingter Taub-Blindheit, führen“, sagt Uwe Wolfrum und führt weiter aus, dass er sich von den Ergebnissen, die aus dem Grundlagenforschungsprojekt der Forschergruppe zu erwarten sind, auch Hinweise auf zukünftige Therapieansätze für Patienten mit Usher-Syndrom verspricht.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Wolfrum
Zell- und Matrixbiologie
Institut für Zoologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25148
Fax +49 6131 39-23815
E-Mail: wolfrum@uni-mainz.de
http://www.ag-wolfrum.bio.uni-mainz.de/

Weitere Links:
http://www.dfg.de/foerderung/programme/listen/projektdetails/index.jsp?id=246212... (DFG-Forschergruppe 2149)
http://www.uni-mainz.de/presse/53509.php (Pressemitteilung „Lichtblicke für die Therapie des humanen Usher-Syndroms“)

Petra Giegerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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