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Luxemburger Wissenschaftler entdecken biologische Taktgeber

25.08.2009
Eine Arbeitsgruppe um Prof. Carsten Carlberg von der "Life Sciences"-Forschungseinheit der Universität Luxemburg hat kürzlich in der hochangesehenen amerikanischen Fachzeitschrift "Cell" die Ergebnisse eines ihrer systembiologischen Forschungsprojekte veröffentlicht.

Die Luxemburger Wissenschaftler entdeckten, dass das Ablesen unserer Erbinformation - also unserer Gene - , die sogenannte RNA-Transkription, zyklisch verläuft.

Durch ein Signal, wie zum Beispiel eine Hormongabe, werden die Gene zunächst eingeschaltet und nach etwa 60 Minuten wieder ausgeschaltet. Wenn das Signal weiterhin auf "Grün" steht, wird der 60-Minuten-Zyklus so lange wiederholt, bis das Signal aufgehoben wird.

Auf diese Weise überprüfen die menschlichen Zellen alle 60 Minuten, ob es notwendig ist, weiterhin zu reagieren. Mit Hilfe dieser biologischen Taktgeber kann der menschliche Organismus wesentlich flexibler auf die verschiedensten Signale der Umwelt, unserer Ernährung und Stress reagieren.

Das Carlberg-Team hat diesen Prozess nicht nur entdeckt, sondern auch im Detail aufgeklärt und mit mathematischen Modellen beschrieben. Bei dem soeben veröffentlichten Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Hans Westerhoff an der Freien Universität Amsterdam, die durch das EU-Programm "NucSys" gefördert wurde.

Unter Systembiologie versteht man einen biomedizinischen Forschungsansatz, bei dem es darum geht, aus dem Verständnis vieler biologischer Details ein Bild für die Gesamtheit, das "System", zu bekommen. Systembiologie wird seit Anfang 2009 durch eine Initiative der Luxemburger Regierung unterstützt, bei der die Partnerschaft der Universität und der öffentlichen Forschungszentren Luxemburgs (CRPs) mit einem Konsortium aus drei amerikanischen Unternehmen großzügig gefördert wird. Schon seit einem Jahr wird "Systembiologie" in einem Masterstudiengang an der Universität Luxemburg gelehrt, Prof. Carlberg ist der Studiendirektor dieses Programms.

Britta Schlüter | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni.lu
http://wwwen.uni.lu/research/fstc/life_sciences_research_unit

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