Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lieber länger leben: Forscher der Uni Graz untersuchen Anti-Aging-Wirkung des periodischen Fastens

09.10.2014

Abwechselnd einen Tag streng fasten und einen Tag ohne Einschränkung essen: „Alternate Day Fasting“ wird oft als Diät propagiert, im Tiermodell verlängert es nachweislich das Leben.

Grund ist ein Zellreinigungsprozess namens Autophagie, erklärt Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz: „Es handelt sich dabei um eine Art Selbstverdauungsprogramm, das die Zellen reinigt und entgiftet. Ausgelöst wird diese zelluläre Müllabfuhr vor allem beim kontrollierten Fasten.“

In einem Forschungsprojekt untersucht Madeo mit seinem Team, ob „Alternate Day Fasting“ einen verjüngenden und gesundheitsfördernden Effekt auf Menschen hat.

Spezielle Beachtung wird die Forschungsgruppe auf Alterungsmarker legen, erklärt Madeo: „Im Lauf des Lebens verändern sich bestimmte Bestandteile im Körper: Der Zuckerstoffwechsel wird schlechter und bestimmte Organe, wie etwa die Leber, aber auch das Muskel- und Fettgewebe, reagieren weniger sensibel auf das Hormon Insulin. Wir untersuchen nun, ob diese natürliche Entwicklung durch regelmäßigen Essensverzicht eingebremst werden kann.“

Auch die generelle Fitness der Fastenden wird Gegenstand des Forschungsprojekts sein. Die WissenschafterInnen entnehmen dafür Blut- und Gewebeproben von fünf Personengruppen mit jeweils verschiedenem Ess- und Fastenverhalten und untersuchen diese auf die biochemischen und molekularbiologischen Anzeichen des Alterns hin.

Auch die weltweit einzige Population, die konsequentes „Alternate Day Fasting“ betreibt, eine in Wien lebende Gemeinschaft unter der Leitung von Erwin Haas und Bernhard Ludwig, wird Teil der Untersuchungen sein. Hochkarätiger Partner im Projekt ist Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, Leiter der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universität Graz. Erste konkrete Ergebnisse zur Anti-Aging-Wirkung des periodischen Fastens werden in zwei Jahren erwartet.

Wer Fasten in sein Leben integriert, tut sich selbst jedenfalls etwas Gutes, vermutet Madeo. Wege dafür gibt es viele: Zum Beispiel empfiehlt der Forscher, nach dem Nachtschlaf, einer natürlichen Fastenperiode, ab und zu auf das Frühstück verzichten oder nur schwarzen Kaffee zu trinken.

Letzterer gehört nämlich zu jenen Nahrungsmitteln, die den Zellreinigungsprozess Autophagie auslösen. Weizenkeime, Sojabohnen, Champignons oder Zitrusfrüchte sind ebenfalls gute Fastenhelfer. Das Projekt wird von der Uni Graz im Rahmen der „Unkonventionelle Forschung“-Initiative mit insgesamt 410.000 Euro unterstützt.

>> Ein Interview mit Frank Madeo hören Sie im Webradio der Grazer Universitäten: http://bit.ly/1yGLwJe

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo
Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: +43 (0)664/ 655 27 25
E-Mail: frank.madeo@uni-graz.at

Gudrun Pichler | Karl-Franzens-Universität Graz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wasserbewegung als Hinweis auf den Zustand von Tumoren
19.04.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden
19.04.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics