Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht am Abend verbessert Leistung im Endspurt

19.05.2017

Oft haben Athleten spätabends Wettkämpfe zu bestreiten, wenn sie nicht mehr auf ihre Höchstleistung kommen. Wer sich zuvor aber blauem Licht aussetzt, kann sich im Endspurt deutlich steigern, berichten Forscher der Universität Basel im Fachblatt «Frontiers in Physiology». Keinen Einfluss hatte das blaue Licht auf die Maximalleistung der Sportler.

Viele Sportwettkämpfe finden am späten Abend während der der «Prime Time» im Fernsehen statt – wenn viele Athleten aufgrund ihres Schlaf-Wach-Rhythmus häufig nicht mehr ihre volle Höchstleistung erzielen.


Sportler vor blauem Licht: Leistung im Endspurt durch Lichtexposition klar erhöht.

Universität Basel, Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit

In einer Studie unter Leitung von Prof. Arno Schmidt-Trucksäss hat Raphael Knaier mit Kollegen an der Universität Basel untersucht, ob eine Lichtexposition vor einem Rad-Zeitfahren diesen Nachteil ausgleichen kann. Beteiligt an dieser umfangreichen Untersuchung mit 74 jungen, männlichen Athleten waren die Fachbereiche Sport- und Bewegungsmedizin und Prof. Christian Cajochen vom Zentrum für Chronobiologie.

Bekannt ist, dass blaues Licht die Produktion des «Schlafhormons» Melatonin verringert. Die Forscher prüften nun die Hypothese, ob durch eine solche Unterdrückung des Melatonins die Ausdauerleistung der Athleten in einem 12-minütigen Rad-Zeitfahren verbessert werden kann.

Dafür haben sie die Probanden zufällig in drei Gruppen eingeteilt, die während einer Stunde hellem Licht, blauem monochromatischem Licht oder Kontrolllicht ausgesetzt wurden. Unmittelbar nach der Belichtung folgte der Leistungstest auf dem Fahrrad-Ergometer.

Helles Licht weniger wirksam

Die Exposition mit blauem Licht verbesserte die Fähigkeit der Athleten deutlich, ihre Leistung im Endspurt des Zeitfahrens zu erhöhen. Diese Verstärkung wurde definiert als das Verhältnis der Leistung, die in der ersten, und jener, die in der letzten Minute des Tests gemessen wurde. Die verbesserte Leistung der Probanden im Endspurt korrelierte zudem mit der Menge an blauem Licht. Dieses konnte das Melatonin also wirksam unterdrücken und damit den Schlaf-Wach-Rhythmus der Athleten beeinflussen.

Helles Licht führte zwar gegenüber dem Kontrolllicht zu einem geringen Anstieg der Gesamtleistung, der Unterschied war aber nicht signifikant. «Da im Spitzensport jedoch selbst geringe Unterschiede relevant sind, soll dies in weiteren Studien genauer untersucht werden», kommentiert Prof. Arno Schmidt-Trucksäss die Studie.

Originalbeitrag

Raphael Knaier, Juliane Schäfer, Anja Rossmeissl, Christopher Klenk, Henner Hanssen, Christoph Höchsmann, Christian Cajochen, and Arno Schmidt-Trucksäss
Prime Time Light Exposures Do Not Seem to Improve Maximal Physical Performance in Male Elite Athletes, but Enhance End-Spurt Performance
Frontiers in Physiology (2017), doi: 10.3389/fphys.2017.00264

Weitere Auskünfte

Prof. Arno Schmidt-Trucksäss, Universität Basel, Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit, Tel. +41 61 207 47 41, E-Mail: arno.schmidt-trucksaess@unibas.ch

Weitere Informationen:

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fphys.2017.00264/full Originalbeitrag

Video: https://www.youtube.com/watch?time_continue=6&v=eWCwF0oiBUo

lic. phil. Christoph Dieffenbacher | Universität Basel

Weitere Berichte zu: Chronobiologie Melatonin Schlaf-Wach-Rhythmus Unterdrückung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics