Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliches Blatt erzeugt Photosynthese-Strom

29.03.2011
Experte: Neue Finanzierungsmodelle für Photovoltaik-Innovationen nötig

Der Traum, Photosynthese wie die grünen Blätter zu betreiben, beflügelt Techniker weltweit schon lange. Eine Nachahmung, die funktioniert und auch kostengünstig sein soll, haben Chemiker vom Massachusetts Institute of Technology am Treffen der American Chemical Society http://portal.acs.org präsentiert. "Das künstliche Blatt galt schon seit Jahrzehnten als 'Heiliger Gral'. Wir glauben, dass wir es jetzt geschafft haben", sagt Forschungsleiter Daniel Nocera.

Nickel und Kobalt zerlegen Wasser

Die Solarzelle der Forscher hat die Größe einer Spielkarte. Dank Katalysatoren aus Nickel und Kobalt zerlegt sie Wasser in seine beiden Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Diese werden in einer Treibstoffzelle gespeichert und können etwa zur Stromerzeugung verwendet werden. Bisher erreichte ein Prototyp eine bloß zehnmal höhere Effizienz als Blätter mit der natürlichen Photosynthese, künftig soll es jedoch mehr werden. Im Experiment lief ein Prototyp 45 Stunden lang ohne Leistungseinbuße.

Ansätze des künstlichen Blattes gibt es bisher bereits mehrere. "Manche versuchen, Strom aus Licht zu gewinnen, andere direkt Treibstoff aus der Sonne", erklärt Michael Grätzel vom École Polytechnique Fédérale de Lausanne http://epfl.ch , im pressetext-Interview. Grätzel hat sich mit einer Farbstoffsolarzelle, der sogenannten "Grätzelzelle" (pressetext berichtete : http://pressetext.com/news/090908051/) einen Namen gemacht, bei denen Farbstoffmoleküle Quanten von Sonnenlicht einfangen, die wiederum Elektronen an ein Nanopartikel-Netzwerk übertragen und dabei Strom erzeugen.

Zukunftsbranche in Finanzierungsnöten

Die Grundlagen vieler der nun in den USA propagierten und von US-Präsident Barack Obama gezielt geförderten Konzepte stammen vor allem aus Japan und Europa. Hierzulande stehe es um die industrielle Umsetzung neuer Photovoltaik-Ansätze denkbar schlecht, betont Grätzel. "Nach dem Einbruch des Aktienmarktes in der Silizium-Branche sind die Banken kaum bereit, Jungunternehmern mit Photovoltaik-Ambitionen Kredite zu geben. Wer es wagt, muss mit erheblichen Hindernissen rechnen, zudem ist das Konkurrenzdenken übermäßig groß." Die Einrichtung eines Fonds als Starthilfe könnte das derzeitige "Death Valley" überwinden, meint der Experte.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://web.mit.edu/chemistry/dgn/www/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Die Evolutionsgeschichte der Wespen, Bienen und Ameisen erstmals entschlüsselt
23.03.2017 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

nachricht Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien
23.03.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie