Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Zellen: Wie weit wollen wir gehen?

29.08.2014

FAU-Wissenschaftler untersuchen Einstellung von Öffentlichkeit und Wissenschaft zur Synthetischen Biologie

Früher ging es in der Biologie vor allem darum, zu beobachten und zu beschreiben. Die noch junge Disziplin der Synthetischen Biologie geht deutlich weiter: Im Verbundprojekt „MaxSyn-Bio“ forschen neun deutsche Max-Planck-Institute daran, völlig neue Zellen mit bestimmten Eigenschaften im Labor herzustellen.

Wie die Öffentlichkeit zu dieser Forschung steht, welche Herausforderungen für das Verständnis von Leben und Natur sowie welche Chancen und Risiken hiermit verbunden sind, das untersucht der Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) als universitärer Partner bei „MaxSynBio“.

Die Synthetische Biologie zielt darauf ab, Organismen zu erzeugen, die so in der Natur nicht vorkommen. Dabei gibt es zwei Ansätze: Bei der Top-Down-Variante wird das Erbgut von existierenden Organismen reprogrammiert, um dieses zu verändern und so neue Organismen zu entwerfen.

Beim Bottom-Up-Ansatz hingegen entstehen etwa aus Lipiden, Proteinen und DNA völlig neue Strukturen, die die Funktionen von Zellen nachahmen. Diesen zweiten Ansatz verfolgt das „MaxSynBio“. Konkret geht es den Wissenschaftlern darum, Fragen der Grundlagenforschung zu klären, aber auch zu untersuchen, wie solche neuen Organsimen helfen können, technologische und medizinische Probleme zu lösen.

Der Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik) der FAU von Prof. Dr. Peter Dabrock wird die naturwissenschaftliche Forschung der Max-Planck-Institute ethisch begleiten. „Für uns stehen dabei zwei Aspekte im Vordergrund: Wie steht die Öffentlichkeit zu dem Forschungsgebiet und wie nehmen die Wissenschaftler selber ihre Arbeit wahr“, erläutert Projektkoordinator Matthias Braun.

Insgesamt gehe es darum, herauszufinden, wie ein verantwortlicher gesellschaftlicher Umgang mit der Synthetischen Biologie aussehen könne. „Es ist eine einmalige Möglichkeit, die naturwissenschaftliche Spitzenforschung von Anfang an mit einem ethischen Monitoring zu begleitet.

So können wir die Auseinandersetzung mit den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unmittelbar an die aktuellen naturwissenschaftlichen Entwicklungen anknüpfen“, betont Projektleiter Peter Dabrock. Eine solche kontinuierliche Verknüpfung der unterschiedlichen Forschungsbereiche sei in der Vergangenheit oft verpasst worden.

Das Forschungsnetzwerk MaxSynBio wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Max-Planck-Gesellschaft über einen Gesamtzeitraum von sechs Jahren mit rund 25 Millionen Euro gefördert, wovon circa 600.000 Euro an das FAU-Projekt gehen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Peter Dabrock
Tel.: 09131/85-22724
peter.dabrock@fau.de

Blandina Mangelkramer | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fau.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen
23.02.2017 | Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

nachricht Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt
23.02.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie