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Den Krill im Visier

28.01.2013
Fischereiforscher des Thünen-Instituts wieder auf dem Weg in die Antarktis

Mit Beginn des Südsommers in der Antarktis ist der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern wieder im Südatlantik unterwegs. Mit an Bord ist seit dem 20. Januar 2013 auch eine Forschergruppe des Thünen-Instituts für Seefischerei aus Hamburg unter Leitung von Dr. Volker Siegel. Die Fischereibiologen werden Daten zu den Krillbeständen im Weddelmeer erheben.


Der in den antarktischen Gewässern in großen Schwärmen vorkommende Krill ist die Nahrung von Walen, Eisfischen, Pinguinen und wird auch kommerziell befischt. Volker Siegel, Thünen-Institut

Beim Krill handelt es sich um eine etwa 6 cm große Krebsart, die nicht nur als zentraler Organismus im Nahrungsnetz des dortigen Ökosystems eine Schlüsselstellung einnimmt, sondern auch kommerziell befischt wird. Im Rahmen der Konvention zum Schutz der lebenden Meeresressourcen in der Antarktis (CCAMLR) untersuchen Wissenschaftler des Thünen-Instituts seit Mitte der 1970er Jahre die Krillvorkommen im Südwestatlantik.

Die diesjährige Forschungsreise führt die Mitarbeiter des Instituts mit ihren amerikanischen Kooperationspartnern in das Gebiet des westlichen Weddellmeeres, das auch in den Sommermonaten weitgehend durch Meereis bedeckt und somit nur schwer zugänglich ist.

Ziel der achtwöchigen Seereise ist es, aus diesem Seegebiet erstmals quantitative Daten über die Biomasse des Krills und den Zustand des Laicherbestandes zu erhalten. Informationen zum Größen- und Altersaufbau der Populationen, Reifezustand, Wachstum, Sterblichkeit und Larvenentwicklung sind notwendig, um das Management der kommerziellen Fischerei auf eine fundierte Datenbasis zu stellen und damit die Nachhaltigkeit der Nutzung dieser natürlichen Ressource zu gewährleisten. Ein Großteil des derzeit gefangenen Krills dient als Fischfutter für die Aquakultur, ein Teil auch dem menschlichen Konsum. Darüber hinaus wird er als Rohstoff in der chemisch/pharmazeutischen Industrie verwendet.

Am 19. März wird die Polarstern wieder in Punta Arenas (Chile) erwartet. Dort verlassen die Wissenschaftler das Schiff; zurück nach Deutschland geht es dann per Flugzeug.

Weitere Infos zur Reise und zur Polarstern gibt ein Blog von ZDF-Journalisten, die mit an Bord sind: http://blog.zdf.de/ice-blog/

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ti.bund.de

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