Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsgene funktionieren anders als gedacht

11.08.2008
Myc sorgt auch ohne Max für unkontrolliertes Zellwachstum

Forschern der Universität Zürich ist es gelungen einen wichtigen Schritt zum Verständnis eines der bedeutendsten Krebsgene zu machen. Bisher galt als gesichert, dass das Krebsgen Myc nur zusammen mit einem Partnergen namens Max funktionieren kann.

Dominik Steiger und Peter Gallant fanden nun heraus, dass Myc das Zellwachstum auch alleine anregen kann und damit auch eigenständig für die Entstehung von Krebs verantwortlich sein könnte.

Denn Krebs entsteht durch die unkontrollierte Zellvermehrung als Folge von Mutationen in Krebsgenen. Doch hat Myc nicht nur negative Eigenschaften. "Viele dieser Gene, darunter auch Myc, werden auch für das Zellwachstum während der normalen Entwicklung benötigt", erklärt Gallant vom Zoologischen Institut der Universität Zürich. "So sterben beispielsweise Tiere ohne funktionelles Myc während der frühen Entwicklung."

Wie bei anderen wachstumskontrollierenden Proteinen hat sich auch die Funktion von Myc während der Evolution wenig verändert - so wenig, dass sogar menschliches Myc die Funktion von Myc in der Taufliege Drosophila melanogaster übernehmen kann. Dies erlaubte es nun der Gruppe von Gallant, die Funktion von Myc und seinem Partner Max in Drosophila zu untersuchen und aus den gewonnenen Resultaten Rückschlüsse auf die Funktion von Myc und Max im Menschen zu ziehen.

"Verschiedene Experimente zeigten zu unserer Überraschung, dass Max zwar durchaus eine Rolle spielt, aber dass Myc für viele Aktivitäten Max gar nicht benötigt", so Gallant. Insbesondere kann Myc auch in Abwesenheit von Max die Aktivität eines Enzyms ankurbeln, das eine wichtige Rolle fürs Zellwachstum spielt. Ganz wichtig für diese Erkenntnis war ein Vergleich zwischen Fliegen, denen Myc fehlt, mit Fliegen, denen Max fehlt. Während Fliegen ohne Myc ganz früh in der Entwicklung sterben, entwickeln sich Tiere ohne Max nahezu bis ins Erwachsenenstadium. Somit haben der Verlust von Myc und von Max nicht die gleichen Folgen - was man aber erwarten würde, wenn Myc nur zusammen mit Max funktionieren könnte.

Die Wissenschaftler gehen so weit, dass sie sogar spekulieren würden, dass die Funktionen, die Myc zu einem solch potenten Krebsgen machen, vielleicht auch zu einem Großteil nicht durch Max vermittelt werden, was dann entsprechende Folgen für mögliche Therapien haben würde." Die Bedeutung dieser neuen Arbeit liegt also für einmal nicht in der Identifizierung eines bisher unbekannten Proteins, sondern im Befund, dass ein schon lange bekanntes Protein anders funktioniert als angenommen", erklärt Gallant.

Erik Staschöfsky | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch

Weitere Berichte zu: Drosophila Gallant Krebsgen Myc Protein Zellwachstum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Spot auf die Maschinerie des Lebens
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen

nachricht Immunsystem kann durch gezielte Manipulation des Zellstoffwechsels reguliert werden
23.08.2017 | Medical University of Vienna

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie