Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsdiagnostik der Zukunft: Genauer erkennen, besser heilen

18.05.2011
Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Die Früherkennung gilt als eine der wichtigsten Waffen im Kampf gegen die Krankheit.

In aktuellen Forschungsprojekten entwickeln Wissenschaftler optische Technologien, die Tumore bereits ab einer Größe von knapp einem Millimeter Durchmesser erkennen. Die vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekte EXPRIMAGE, NEUROTAX und FLUOTOM zeigen auf der Fachmesse LASER World of PHOTONICS in München vom 23. bis 26. Mai, wie eine moderne optische Krebsdiagnostik in naher Zukunft Leben retten kann.

Je früher Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Fluoreszenz-Endoskopie und die multimodale Krebsdiagnostik ermöglichen entscheidende Fortschritte. Künftig sollen Tumore mit weniger als 1 mm Durchmesser von gesundem Gewebe unterschieden werden. Die Verfahren sind zudem operationsbegleitend einsetzbar. Der Chirurg kann eindeutiger als bisher erkennen, welches Gewebe er entfernen muss.

Im Rahmen des Forschungsprojektes EXPRIMAGE untersuchte ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern in den vergangenen drei Jahren über 50.000 Gewebeschnitte mit neuesten optischen und molekularbiologischen Methoden. Ziel war es, detaillierte Informationen über Tumore zu gewinnen. Die Zusammenschau modernster diagnostischer Parameter ermöglicht es Ärzten, den Verlauf einer Krebserkrankung besser vorherzusagen und eine genauere Therapieempfehlung geben zu können.

Die Forscher präsentieren auf dem Gemeinschaftsstand des „Forschungs-schwerpunktes Biophotonik“ (Halle B1 Stand 340) anhand einer interaktiven Präsentation die Ergebnisse ihrer Arbeit. Über Hand- und Fingerbewegungen kann der Benutzer innerhalb einer mikroskopischen Aufnahme navigieren und auffällige Details vergrößern. Durch den Einsatz der Touch-Steuerung ist es möglich, mit einer bis zu 1000-fachen Vergrößerung sogar kleinste Zellbestandteile zu erkennen und zu bewegen. Damit werden auch neue Möglichkeiten für Lehre und Forschung eröffnet. So kann zum Beispiel die virtuelle Mikroskopie-Plattform von mehreren Anwendern gleichzeitig genutzt werden.

Ein Hautscanner zur Früherkennung von Hautkrebs zeigt die LTB Lasertechnik Berlin GmbH auf dem Gemeinschaftstand. Das zugrunde liegende Verfahren, welches mit Unterstützung des BMBF im Verbund FLUOTOM entwickelt wurde,hilft dem Arzt bei der Bewertung eines Hauttumors hinsichtlich der Ausdehnung, Position und Aggressivität. Bereits während der Untersuchung erhält der Mediziner ortsaufgelöste Spektren und eine Reihe weiterer Zusatzinformationen. Dabei wird der körpereigene Stoff Melanin mit kurzen Laserpulsen angeregt und detektiert.

Das Verbundprojekt NEUROTAX präsentiert auf der Messe aktuelle Ansätze zur Weiterentwicklung der Fluoreszenz-Endoskopie. Diese minimal-invasive Therapieform ermöglicht präzise und zugleich schonende chirurgische Eingriffe. Mit einer Feinnadel werden Proben aus Hirntumoren entnommen, um sie anschließend histologisch und molekularbiologisch zu untersuchen. Das Exponat veranschaulicht, wie das Risiko einer Blutung durch die Fehlplatzierung der Nadel während der Probenentnahme drastisch reduziert werden kann. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die dünnen Durchmesser der neurochirurgischen Instrumente dar. Neben dem Einsatz in der Neurochirurgie kann die Technologie auch in weiteren Gebieten (z.B. Urologie) und auf therapeutische Anwendungen (z.B. Photodynamische Therapie) angewendet werden.

„Die Arbeiten der Projekte zeigen, wie eng Ärzte, Naturwissenschaftler und Ingenieure zusammenarbeiten und zukünftig noch enger zusammenarbeiten müssen, um innovative Verfahren schnell und in bedarfsgerechter Form in Kliniken und Forschungslabore zu überführen“ sagt Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Instituts für Photonische Technologien und Sprecher des Forschungsschwerpunktes Biophotonik.

Krankheiten früher als bisher zu diagnostizieren und ihre Ursachen zu verstehen, dabei helfen schon heute neueste optische Technologien. Die steigende Zahl an Krebserkrankungen ließe sich zukünftig noch effektiver bekämpfen. Seit 2002 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Forschungszweig der Biophotonik und hat seither rund 100 Millionen Euro investiert.

Presserundgang:
Pressevertreter sind am Montag, den 23. Mai, in der Zeit von 9.30 – 12.00 Uhr herzlich eingeladen, die Ausstellung der BMBF-Förderprojekte zur Biophotonik (Halle B1 Stand 340) zu besuchen. Es besteht die Möglichkeit für Interviews mit den Ausstellern und Wissenschaftlern. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu im Vorfeld (andreas.wolff@ipht-jena.de).

Dr. Andreas Wolff | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophotonik.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht
25.04.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Demographie beeinflusst Brutfürsorge bei Regenpfeifern
25.04.2018 | Max-Planck-Institut für Ornithologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics