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Krankheiten und Schädlinge machen auch vor städtischem Grün nicht Halt

06.09.2010
Seit vielen Jahren untersucht das Berliner Pflanzenschutzamt regelmäßig, welche Schädlinge und Krankheiten sich auf den städtischen Bäumen und Sträuchern tummeln. Auf der vom 6. – 9. September 2010 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindenden 57. Deutschen Pflanzenschutztagung stellt das Berliner Pflanzenschutzamt wesentliche Resultate vor.

Das Langzeitmonitoring zeigt deutliche Veränderungen im Artenspektrum sowie bei der Anzahl der Schädlinge (der so genannten Populationsdichte). Interessant ist zum Beispiel, dass die Zahl gefangener Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) zwischen 1990 und 2009 stark abgenommen hat.

Erstmals als Schädlinge aufgefallen sind hingegen seit dem Jahr 2000 unter anderem die Andromeda-Netzwanze, die Lindenminiermotte oder die Thujarindenlaus. Die Wollige Napfschildlaus (Pulvinaria regalis) tritt an vielen Laubbäumen wie Ahorn, Kastanie oder Linde seit 2004 immer stärker auf.

Lediglich die letzten beiden kalten Winter reduzierten die Zahlen deutlich. Nicht heimische, Wärme liebende Bodenwanzen wie die Platanenwanze vermehrten sich in den vergangenen drei Jahren so stark, so dass sie von vielen Berlinern als lästig empfunden wurden. Sekundäre Pilzkrankheiten an Gehölzen, die bisher nur wenig Bedeutung hatten, erwiesen sich in den letzten Jahren zunehmend als Pflanzenpathogene.

Die Ursachen für diese Veränderungen sind sicher vielfältig. Zum einen wurden viele Grünflächen in Berlin neu gestaltet. Dabei verwendeten die Gärtner eine breite Palette von Pflanzenarten aus den verschiedenen Regionen Deutschlands und Europas. Zum anderen hat sich in Berlin die Durchschnittstemperatur in den letzten 10 Jahren um etwa 1,5 Grad Celsius erhöht, was Wärme liebende Schädlinge und Krankheitserreger begünstigt. Daneben werden im Stadtgebiet heute kaum noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

„Die Erhebungen sind für uns wichtig, um frühzeitig neue oder stärker auftretende Schädlinge und Krankheiten zu erkennen. Wir haben dann einen zeitlichen Vorlauf, um Prognosen zu erstellen und um angepasste Bekämpfungsmaßnahmen für das Stadtgebiet zu erarbeiten“, erläutert Maria Andrae vom Pflanzenschutzamt Berlin. „So können wir die Bevölkerung frühzeitig beraten und aufklären.“

Ansprechpartnerin:
Dr. Barbara Jäckel
Pflanzenschutzamt Berlin
Mohringer Allee 137
12347 Berlin
Tel.: 030/ 700006-0
barbara.jaeckel[at]senstadt.berlin.de
Poster zum Thema im Tagungsband zur 57. Deutschen Pflanzenschutztagung (Julius-Kühn-Archiv, Band 428, 2010):

Seite 433, Nr. 145

Dr. Gerlinde Nachtigall | idw
Weitere Informationen:
http://www.pflanzenschutztagung.de

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