Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kooperation zwischen Wissenschaftlern aus Halle und London: Biomarker zur schnelleren Herzinfarkt-Diagnose wird erforscht

24.10.2011
Forscher aus Halle und London (Großbritannien) arbeiten gemeinsam an der Entwicklung eines neuen Früherkennungstestes bei einem Herzinfarkt.

Dieser neue Biomarker soll die Diagnose eines Herzinfarktes schneller und genauer möglich machen als bisherige Tests. Zwischen dem Department of Cardiology des St. Thomas´ Hospital (King´s College London) und dem Institut für Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde jetzt ein Kooperationsvertrag zur Entwicklung von monoklonalen Antikörpern gegen ein Herz-spezifisches Strukturprotein und eines ELISA zu seiner quantitativen Bestimmung im Serum abgeschlossen.

ELISA ist eine Abkürzung für enzyme-linked immunosorbent assay. Durch diesen Test kann mit Hilfe einer enzymvermittelten Reaktion die Wechselwirkung zwischen einem Antigen (z. B. Krankheitserreger) und einem Antikörper nachgewiesen werden.

Ziel der Kooperation zwischen den Arbeitsgruppen von Professor Mike Marber vom King´s College und Dr. E. Weber sowie Professor T. Hollemann ist die Verbesserung der Herzinfarkt-Diagnostik. Das Zielprotein ist Bestandteil des Myosin-Filaments, stabilisiert die Struktur des Herzmuskels (Sarkomer = kleinste Struktureinheit des Muskels) und ist an der Regulation der Herzfunktion beteiligt. Dieses Strukturprotein und seine Abbauprodukte sind bereits kurz nach einem Herzinfarkt im Serum nachweisbar.

Das Protein selbst erreicht seine höchste Serum-Konzentration etwa 1 Stunde nach einem Infarkt und damit deutlich früher als die kardialen Troponine I und T, deren Bestimmung im Serum die bisherigen Standardmethoden in der Infarkt-Diagnostik darstellen.

Wegen der im Vergleich zu den Troponinen höheren Molmassen dieses Proteins und seiner Abbauprodukte und auf Grund der Tatsache, dass es auch in größeren Mengen am Aufbau des Sarkomers beteiligt ist, wird es als potenzieller Biomarker gesehen, der zu einer schnelleren und sichereren Infarktdiagnostik führen kann, zumal eine Erhöhung der cTnI-Konzentration im Serum nicht notwendigerweise infarktspezifisch ist und auch bei einer ganzen Reihe anderer kardialer Probleme beobachtet wird.

Mit dem spezifischen ELISA sollen systematische Analysen zur Freisetzung des Proteins nach einem Infarkt durchgeführt werden, um seine Bestimmung in der Infarktdiagnostik zu etablieren. Grundlegende Beiträge zur Charakterisierung dieses Proteins als eines möglichen Biomarkers wurden bereits vom King´s College geleistet.

Jens Müller
Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

nachricht Der lange Irrweg der ADP Ribosylierung
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics