Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kölner Forscher beobachten erstmalig lebende Geißeltierchen in mehr als 5000 Meter Wassertiefe

03.02.2015
  • Kölner Forscher beobachten erstmalig lebende Geißeltierchen in mehr als 5000 Meter Wassertiefe
  • Erfolgreiche Expedition mit dem neuen Forschungsschiff „Sonne“

Meere bedecken mehr als die Hälfte unseres Planeten. Dennoch sind unsere Kenntnisse über die Ökologie dieses bei weitem größten Lebensraumes der Erde noch sehr gering. In einer Meerestiefe von mehr als fünf Kilometern konnten in den Tiefseebecken des Mittelatlantiks erstmals lebende Geißeltierchen beobachtet werden.

Geißeltierchen sind die kleinsten bekannten Tiere. Ein Kölner Team von Forschern und Forscherinnen mit Professor Dr. Hartmut Arndt, Dr. Alexandra Jeuck, Alexandra Schönle und Dennis Prausse vom Zoologischen Institut der Universität zu Köln nahm an der ersten großen Expedition des modernsten Forschungsschiffs der Welt, der "Sonne" teil.

Während der vom Bund geförderten sechswöchigen Tiefseeexpedition untersuchten verschiedene meereswissenschaftliche Arbeitsgruppen die Tiefseefauna und -geologie östlich und westlich des Mittelatlantischen Rückens.

Viele der dabei gefangenen Tierarten wurden noch nie von Menschen erblickt. Der größte Teil der gefundenen Organismen ist dabei so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop identifiziert werden können. Die Kölner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren erstmals in der Geschichte der Tiefseeforschung in der Lage, winzigen Organismen, die von dem 5500 Meter tiefen Tiefseeboden geholt wurden, direkt auf dem neuen Forschungsschiff zu untersuchen.

Mehr als 30 Geißeltierchen konnten in jedem Kubikzentimeter Tiefseesediment lebend geborgen werden. Diese Geißeltierchen interessieren die Kölner Zoologen besonders auch wegen ihrer großen Anpassungsfähigkeit.

Die fast ausschließlich aus Wasser bestehenden Einzeller können nicht nur den in der Tiefe von 5500 Metern herrschenden Druck von etwa 550 Atmosphären aushalten (250 Mal mehr als in einem Autoreifen), sondern sie sind auch in der Lage, innerhalb von wenigen Minuten aus Ruhestadien zu schlüpfen und sich bei Nahrungsmangel sofort wieder in solche Stadien zurückzuziehen. Dadurch können sie sich den sehr stark variierenden Nahrungsbedingungen der Tiefsee anzupassen.

Dieses Phänomen hat eine große Bedeutung für die Tiefseeökologie. Durch die erstaunlich hohen Häufigkeiten, die jetzt entdeckt werden konnten, wurde die entscheidende Bedeutung der Geißeltierchen für den Kohlenstoffhaushalt in der Tiefe erstmals konkret nachgewiesen.

Der größte „Schatz“ wurde am vergangenen Wochenende gehoben. Erstmals konnten diese Protisten auch in einer Tiefe über 8350 Meter Wassertiefe nachgewiesen werden, als die Zoologen zusammen mit ihren Hamburger Kollegen Probenkerne im Puerto-Rico-Graben an Bord des neuen Forschungsschiffes hieven konnten.

Bei Rückfragen: Prof. Dr. Hartmut Arndt
Zoologisches Institut,
Allgemeine Ökologie und Limnologie,
Universität zu Köln
Tel.: 0221 470-3100 oder – 5666
E-Mail: Hartmut.Arndt@uni-koeln.de

Gabriele Rutzen | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics