Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel betrifft Tierarten unterschiedlich stark

09.03.2009
Endemische Spezies stehen am stärksten unter Druck

Nicht alle Tier- und Pflanzenarten werden von der Klimaveränderung gleich stark betroffen sein. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Universität von Wisconsin-Madison und der University of Arizona im Fachmagazin Science. Einige der Spezies werden sich aufgrund schneller Evolution den neuen Gegebenheiten sehr rasch anpassen.

"Das ist auf jeden Fall richtig", meint der Humanökologe und Umweltethiker Peter Weish von der Universität für Bodenkultur in Wien im pressetext-Interview. Besonders betroffen von Veränderungen werden allerdings all jene Arten sein, die einen kleinen, in sich geschlossenen Lebensraum haben. "Gemeint sind damit endemische Arten, deren Lebensraum auf Inseln oder sonstige ökologische Nischen beschränkt ist", so der Forscher.

Der US-Forscher Stuart Pimm hatte in Studien festgestellt, dass mit der Besiedelung der Südsee an die 1.000 Vogelarten durch den Menschen ausgestorben sind. "Ein weiterer sehr problematischer Umstand ist die Fragmentierung der Lebensräume und der Wegfall der Wandermöglichkeiten", erklärt Weish.

Das führe zu einer Ausdünnung der lokalen Population, zu einem verringerten Genfluss und in weiterer Folge zum Verschwinden einer Art. Weish betont, dass diese Vorgänge nicht über Nacht geschehen, sondern gewisse Zeiträume in Anspruch nehmen. "Selbst wenn der Mensch weiß, dass dies geschehen wird, ist es häufig viel zu spät etwas dagegen zu unternehmen, da das Sterben zeitverzögert einsetzt", erklärt Weish.

Die US-Studie, die im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde, kommt zum Schluss, dass Vorhersagen über die Entwicklung einer Art sowohl ökologische als auch evolutionäre Komplexitäten berücksichtigen müsse, schreibt Studienautor Jason Harmon. Das bedeute, dass man eine Betrachtung einer einzelnen Spezies ohne Bezugnahme auf andere Lebewesen, die auch in dem Umfeld vorkommen, nicht vornehmen könne.

Die Forscher haben in ihrer Arbeit eine Blattlaus-Spezies untersucht. Wärmere Temperaturen sind zwar für die Reproduktionsraten der Läuse nicht besonders günstig, wirken sich jedoch auf die symbiotisch lebenden Bakterien in den Läusen positiv aus und gewähren eine Art "evolutionären" Abwehrmechanismus. Die Resultate machen deutlich, dass das Potenzial für rasche Evolution einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie Populationen auf Umweltveränderungen reagieren.

"Derzeit gibt es viele Studien mit der Entwicklung einzelner Spezies unter anderen Umweltbedingungen", meint der Zoologe Anthony Ives von der University of Wisconsin-Madison. Um ein gesamtes Verständnis für die Veränderungen zu bekommen, müsse man auch andere Arten und deren Veränderung untersuchen. Forscher behaupten vielfach, dass der Ansatz dieser Untersuchungen zu kompliziert sei. "Mit dieser Arbeit hoffen wir, die komplexen Prozesse zu entmystifizieren, indem wie die spezifischen Faktoren, die relevant sind, identifizieren", so der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wisc.edu
http://www.boku.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität
25.04.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Wehrhaft gegen aggressiven Sauerstoff - Metalloxid-Nickelschaum-Elektroden in der Wasseraufspaltung
25.04.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen