Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Teilchen mit leuchtender Zukunft: EU fördert Projekt „LUMINET“ mit 3,6 Millionen Euro

12.03.2013
Neuartige lumineszierende Materialien sollen weltweiten Energiebedarf reduzieren

Leuchtstoffe bilden die Grundlage zahlreicher Anwendungen in unserem täglichen Leben. Sie weiterzuentwickeln, ist Ziel des Projekts „LUMINET“, das die EU im 7. Rahmenprogramm (FP7) mit 3,6 Millionen Euro über vier Jahre fördert.


Im Labor von Prof. Anja-Verena Mudring stellen Wissenschaftler neuartige lumineszierende Materialien her. Foto: Marion Nelle

Ein Netzwerk aus 12 Forschungseinrichtungen und Firmen bildet zu diesem Zweck talentierte junge Menschen zu der nächsten Generation führender Experten in diesem Feld aus. Prof. Dr. Anja-Verena Mudring vom Lehrstuhl für Anorganische Chemie 3.0 der Ruhr-Universität koordiniert das Netzwerk.

Lumineszierende Materialien sind Schlüsseltechnologie der nächsten Generation

Die Europäische Kommission benannte lumineszierende Materialien als eine Schlüsseltechnologie der nächsten Generation. Leuchtstoffe kommen zum Beispiel in Ampeln, Computerbildschirmen, Smartphones und Tablets, Euro-Banknoten, medizinische Geräten sowie in Filmen für Röntgenaufnahmen und in Leuchtmitteln vor. „Weltweit verbraucht alleine die Beleuchtung einen großen Teil der elektrischen Energie, etwa 20 Prozent“, sagt Anja-Verena Mudring.

„Es könnten bis zu 50 Kernkraftwerke ersatzlos vom Netz genommen werden, wenn alle Glühlampen durch effiziente Energiesparlampen oder LEDs ausgetauscht würden – wie bereits in der EU, in Australien und weiteren Ländern eingeleitet wurde.“ Forscher und Politiker gehen davon aus, die wirtschaftliche und soziale Bedeutung von lumineszierenden Materialien werde weiter an Bedeutung gewinnen. Dabei spielen Ressourcenmanagement und Umweltverträglichkeit eine entscheidende Rolle.

Den Bedarf an Seltenen Erden minimieren

Viele Leuchtstoffe basieren auf Seltenen Erden, wie etwa Europium oder Terbium. Seit China die Ausfuhr der Seltenen Erden limitiert hat, sind die Preise für diese wertvollen Rohstoffe stark gestiegen. Daher ist die Suche nach Leuchtstoffen, die mit weniger oder sogar gänzlich ohne Seltene Erden auskommen, ein wichtiges Forschungsthema. Prof. Mudring verwendet ionische Flüssigkeiten, um neuartige Leuchtstoffe herzustellen. Ihr Team produziert kleinste Teilchen von lumineszierenden Materialien und testet sie auf neue Eigenschaften und ihre Anwendbarkeit in Leuchtmitteln und Solarzellen. „Mit ionischen Flüssigkeiten können wir die Struktur von Nanopartikeln gezielt verändern und eine bislang unterreichte Energieeffizienz realisieren“, sagt die Chemikerin. „Es steckt noch viel Potenzial in den kleinen Teilchen, und wir sind zuversichtlich, bald anwendungsreife Materialien vorstellen zu können.“

Kooperationspartner

„LUMINET“ bringt die Expertise von zehn akademischen und zwei industriellen Partnern aus zehn EU- Ländern zusammen. Die akademischen Projektpartner von Prof. Mudrings RUB-Team sind Forscher aus Aveiro, Bern, Orléans, Prag, Tartu, Utrecht, Verona und Breslau. Außerdem konnten Philips Research und die Osram GmbH als industrielle Partner gewonnen werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Anja-Verena Mudring, Lehrstuhl für Anorganische Chemie 3.0, Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27408, E-Mail: anja.mudring@rub.de

Angeklickt

Anorganische Chemie 3.0 (englische Seite)
http://www.anjamudring.de/
Redaktion: Dr. Julia Weiler

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.anjamudring.de/
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln
24.07.2017 | Universität Potsdam

nachricht Pfade ausleuchten im Fischgehirn
24.07.2017 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie