Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Fische warnen: Riffe gefährdet

25.08.2009
Korallenriffe haben sich nur scheinbar erholt

Die kleinsten Fische am Great Barrier Reef senden Warnungen aus, dass sich die natürlichen Systeme an den Korallenriffen derzeit massiv verändern.

Möglicherweise sei das auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Das haben Forscher des ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und der James Cook University herausgefunden. Der Ichtyologe David Bellwood hat festgestellt, dass die Zahl der Grundeln, die in großer Zahl am Riff leben, in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat.

"Das ist ein interessanter Artikel, der uns darauf aufmerksam macht, dass Grundeln, sehr kleine - 25 bis 45 Millimeter lange - am Boden lebende Rifffische, die von vielen Schnorchlern, Tauchern, aber auch Riffforschern übersehen werden und heutzutage an vielen Standorten im Great Barrier Reef fehlen oder stark dezimiert sind", meint Korallenexperte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München gegenüber pressetext. Nach der großen Korallenbleiche im Indopazifik von 1998 habe sich das Great Barrier Reef auf den ersten Blick gut erholt. "Die Befunde dieser aktuellen Studie deuten allerdings darauf hin, dass dies nicht wirklich der Fall ist und starke Schädigungen von Korallenriffen unwiederbringlich sein können bzw. Langzeitfolgen nach sich ziehen."

"Tropische Korallenriffe sind sehr komplexe Lebensräume. Viele potenziell wichtige Prozesse sind bis heute nicht verstanden und viele Lebewesen und ihre ökologische Rolle im Ökosystem Riff nicht untersucht", erklärt Wild. "Grundeln sind aufgrund ihrer kurzen Generationszeiten gute Bioindikatoren für eine Veränderung von Korallenriffen. Zudem stellen Grundeln die Nahrungsgrundlage von vielen Rifforganismen dar." Ihr Fehlen wirke sich also potenziell auf Nahrungsketten im Riff aus und beeinflusst das Funktionieren des ganzen Ökosystems. "Die Ergebnisse von David Bellwood und seinen Kollegen belegen einmal mehr den Verlust von Biodiversität, also der Vielfalt von Organismen, in Korallenriffen aufgrund der Kombination verschiedener Stressfaktoren wie etwa Klimawandel, Überfischung und Eintrag von Nährstoffen. Es zeigt aber auch, dass diese Schädigungen weitgehender sind als wir bisher angenommen haben", so Wild.

"Die Fische mögen zwar klein sein, aber sie sind sehr wichtig. Und sie erzählen uns, dass sich die Welt dort unten stark verändert hat und dass wir möglicherweise nicht in der Lage sind, die Dinge so zu managen, wie wir uns das vorstellen", schreibt Bellwood. Während große Rifffische zwischen fünf und zehn Jahre alt werden, haben die Grundeln eine durchschnittliche Lebensdauer von knapp 100 Tagen. "Von zehn Grundeln überleben nur neun den Tag, da sie für viele andere Tiere gute Beute sind", erklärt der Forscher.

Wenn die Schnellbrüter plötzlich nicht mehr da sind, sei dies ein sicheres Zeichen, dass etwas anders geworden ist, erklärt der Experte. Bis jetzt sei nicht geklärt, welche Faktoren tatsächlich für das Verschwinden der Grundeln verantwortlich sind. Derzeit arbeitet ein Dutzend Forscher daran, die Ökologie der kleinen Fische zu erforschen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jcu.edu.au
http://www.coralcoe.org.au
http://www.palmuc.de/core

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie