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Klassifikation und Gütekriterien von Bioraffinerien

04.02.2014
Der Trend zur Biomassenutzung für die Energie- und Rohstoffversorgung hat stark zugenommen.

Eine besonders ressourceneffiziente Verwertung der biogenen Rohstoffe verspricht das Technologiekonzept »Bioraffinerie«, da die möglichst vollständige und abfallfreie Verwertung der Biomasse einem integrativen Gesamtansatz folgt.


Modell einer Bioraffinerie.
Foto: Fraunhofer UMSICHT

Die neue Richtlinie VDI 6310 klassifiziert Bioraffinerie-Konzepte und formuliert eine standardisierte Basis zur Charakterisierung von Bioraffinerien mit technischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien. Im Februar ist sie »VDI-Richtlinie des Monats«. Der zugehörige Richtlinienausschuss wurde 2010 auf Initiative von VDI und Fraunhofer UMSICHT ins Leben gerufen.

Das Konzept »Bioraffinerie« gilt in der Fachwelt als Fabrik der Zukunft. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender fossiler Ressourcen verspricht man sich von Bioraffinerien neben der Erzeugung von Strom und Wärme auch parallel die Herstellung von Produkten wie biobasierte Dämm-, Kunst- und Kraftstoffe oder Futtermittel. Biomasse gilt somit aufgrund ihrer äußerst flexiblen Einsetzbarkeit als wichtige Quelle zukünftiger klimaschonender Produktherstellung wie auch als Möglichkeit zur Sicherstellung der Energieversorgung.

VDI-Richtlinie macht Bewertung von Bioraffinerien möglich

Ein ehrenamtlicher, aus Fachleuten der Wirtschaft und Wissenschaft zusammengesetzter Richtlinienausschuss hat in den letzten vier Jahren zusammen mit der VDI-Gesellschaft die VDI 6310 »Klassifikation und Gütekriterien von Bioraffinerien« erarbeitet. Dr.-Ing. Hartmut Pflaum, Abteilungsleiter Ressourcen- und Innovationsmanagement bei Fraunhofer UMSICHT und Vorsitzender des Richtlinienausschusses erklärt: »Die Kriterien sollen Abgrenzungen, Standardisierungen und transparente Bewertungen für Bioraffinerie-Konzepte, Demonstrationsanlagen und bestehende Anlagen ermöglichen«.

Die VDI 6310 liefert einen wichtigen Bewertungsbaustein im Rahmen der Bioökonomie am Beispiel einer Bioraffinerie der Biowert Industrie GmbH in Brensbach. Sie stellt dafür wirtschaftliche, ökologische, technische und soziale Kenngrößen bereit. Zielgruppe der Richtlinie sind Anlagenbetreiber, Technologieentwickler und -anbieter, Planer, Behörden sowie alle Interessierten, die sich über die Themen Bioraffinerien und Nachhaltigkeitsbewertung im Rahmen der Bioökonomie informieren möchten.

Präsentation des Gründrucks

Am 20. Mai 2014 veranstaltet der VDI in Düsseldorf ein Expertenforum, um den Gründruck der VDI 6310 vorzustellen. Ein Gründruck bezeichnet einen VDI-Richtlinien-Entwurf, welcher einem öffentlichen Einspruchsverfahren unterzogen wird. Erst nach der Prüfung von eingegangenen Einsprüchen wird die endgültige Fassung, der sogenannte Weißdruck, einer VDI-Richtlinie verabschiedet. Dieses Vorgehen gewährleistet Neutralität gegenüber wirtschaftlichen Einzelinteressen sowie Akzeptanz und Praxisnähe. VDI-weit hat die Richtlinie bereits große Anerkennung erfahren und ist Richtlinie des Monats Februar. Die Einspruchsfrist für die VDI 6310 endet am 31. Juli 2014.

Weitere Informationen:

http://www.beuth.de/de/technische-regel-entwurf/vdi-6310-blatt-1/194213785
- VDI 6310 »Klassifikation und Gütekriterien von Bioraffinerien«

Iris Kumpmann | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fraunhofer.de/

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