Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KIT entwickelt Haftkleber aus Pflanzenölen

20.12.2011
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will Klebstoffe auf Basis einheimischer nachwachsender Rohstoffe entwickeln.

Von Anfang 2012 bis Ende 2013 läuft das FuE-Vorhaben, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), gefördert wird.

Informationen zum Projekt stehen auf www.fnr.de – Projekte & Förderung - Projekte – Förderkennzeichen 22018011 bereit.

Haftkleber sind nicht aushärtende Klebstoffe für vielfältige Alltagsanwendungen, etwa für Etiketten, Pflaster, Aufkleber, verschließbare Verpackungen, Teppichklebebänder und vieles mehr. Auch industriell setzt man sie ein, so im Fahrzeug- und Baubereich. Momentan wird diese Produktgruppe, die in Europa ein Marktvolumen von etwa 200.000 Tonnen jährlich umfasst, überwiegend aus Erdöl sowie zu einem geringeren Teil aus Naturkautschuk hergestellt. Naturkautschuk ist dabei kein einheimischer Rohstoff und nur für Klebstoffe mit geringen bis mittleren Anforderungen geeignet.

Mit dem Versuch einer Produktion auf Pflanzenöl-Basis betreten die Forscher nun Neuland. Geplant sind Experimente mit Ölsäure- und Erucasäurederivaten als Ausgangsstoffe, die vom molekularen Aufbau her den Monomeren erdölbasierter Kleber ähneln. Durch Variation der Polymerisations- und Vernetzungsgrade und durch Zusatz von Co-Monomeren wollen die Wissenschaftler möglichst optimale Haftungseigenschaften erreichen. Besonders im Fokus stehen dabei die wasserabweisenden Eigenschaften der Ausgangsmonomere. Hieraus könnten sich zum Beispiel Vorteile bei der Haftung auf anderen, gleichfalls hydrophoben Materialien ergeben, zu denen viele Kunststoffe zählen. Damit würden die biogenen Kleber sich womöglich ganz neue Anwendungsfelder erschließen, in denen sich fossile Produkte heute noch schwer tun.

Im Hinblick auf eine umweltverträgliche Verarbeitbarkeit ist außerdem geplant, die Kleber nur als wässrige Dispersion herzustellen.

Praxistests mit den entwickelten Klebstoffen führt der beteiligte Industriepartner, die tesa SE, durch.

Nicole Paul

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
OT Gülzow
Hofplatz 1
18276 Gülzow-Prüzen
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 2011-71 vom 20. Dezember 2011

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de/
http://www.nachwachsenderohstoffe.de/projekte-foerderung/projekte/suche/

Weitere Berichte zu: FNR Haftkleber Klebstoffe Naturkautschuk Pflanzenöle Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften