Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kernresonanz-Zentrum auf dem Max-Planck-Campus Tübingen eröffnet

16.03.2009
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie sind der Struktur von Proteinen und Nukleinsäuren auf der Spur.

Das Kernresonanz-Zentrum wird am Donnerstag den 19. März um 16 Uhr auf dem Max-Planck-Campus Tübingen eröffnet.

Auf dem Max-Planck-Campus Tübingen ist ein Zentrum für molekulare Kernresonanz-Spektroskopie entstanden. Die 2,5 Millionen Euro teuren 600 und 800 Megahertz Spektrometer wurden im Sommer 2008 in Betrieb genommen. Mit ihrer Hilfe können die Wissenschaftler die Struktur und die Interaktionen von verschiedenen biologischen Molekülen, wie Proteine und Nukleinsäuren, untersuchen. Die neuen Geräte sind ein weiterer Meilenstein für den Ausbau der biologischen Forschung am Standort Tübingen.

Kernresonanz-Spektroskopie (NMR-Spektroskopie, abgeleitet von Nuclear Magnetic Resonance) ist eine leistungsfähige Technik, um Struktureigenschaften biologischer Moleküle aufzuklären. Wie die klassische Methode der Kristallographie kann sie die dreidimensionale Struktur der Moleküle bis auf jedes einzelne Atom auflösen. Darüber hinaus erfasst sie aber auch die Dynamik dieser Moleküle, also deren Bewegungen und Interaktionen. Damit ist die NMR-Technik sowohl für das Verständnis grundlegender Prozesse in der Zelle als auch für medizinische und biotechnologische Anwendungen unverzichtbar. "Das Kernresonanz-Zentrum eröffnet uns vollkommen neue Möglichkeiten um die Mechanismen zu studieren, durch die Proteine ihre biologische Aktivität entfalten", sagte Andrei Lupas, Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie.

So funktioniert die NMR-Spektroskopie
Um ein Molekül zu untersuchen, wird eine Probe der Substanz in ein starkes Magnetfeld gebracht und durch Einstrahlung von Radiowellen angeregt. Aus den charakteristischen Reaktionen der einzelnen Atome können die Wissenschaftler dann verschiedene Eigenschaften wie dreidimensionale Struktur, Bewegung und Interaktion mit anderen Molekülen errechnen. Von der Pikosekunde (10-12 Sekunden) bis zu mehreren Stunden reicht der Zeitraum, in dem Bewegungen analysiert werden können.
Die Forschung mit NMR-Spektroskopie in Tübingen
In den ersten Monaten seit Anschaffung der neuen Geräte wurde bereits die Struktur von drei Proteinen aufgeklärt. Diese Proteine spielen eine wichtige Rolle beim Abbau von RNA in der Zelle. Dies ist für die Genregulierung bedeutend, da die Zelle auf diese Weise gewährleistet, dass nur die Proteine produziert werden, die auch gerade notwendig sind. Mehrere Arbeitsgruppen nutzen die NMR-Technik auch als Ergänzung zu biochemischen Untersuchungen, um die Funktion von Proteinen zu verstehen. In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik werden zudem rechnerische Methoden entwickelt, um die bei der NMR-Spektroskopie gewonnen Daten besser interpretieren zu können.

Ansprechpartner:

Dr. Susanne Diederich (Presse- und Öffentlichkeitsabteilung)
Tel: +49 (0)7071-601-333
E-mail: presse@tuebingen.mpg.de
Dr. Vincent Truffault
Tel: +49 (0)7071-601-1368
E-Mail: Vincent.Truffault@tuebingen.mpg.de
Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 325 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für Entwicklungsbiologie ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Dr. Susanne Diederich | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://eb.mpg.de
http://www.eb.tuebingen.mpg.de/departments/2-biochemistry/nmr/nmr?set_language=en&cl=en

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht In Hochleistungs-Mais sind mehr Gene aktiv
19.01.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten
19.01.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie