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Kaugummi und Shrimps enthalten Östrogene

05.03.2009
Nachweis östrogen wirkender Stoffe bei Konservierungsmitteln

Geläufige Zusatzstoffe von Nahrungsmitteln könnten östrogene Wirkung besitzen, von der man bisher nichts wusste. Das berichten Biochemiker der Universität Parma in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Chemical Research in Toxicology.

Die Forscher überprüften eine neue Nachweismethode für östrogen wirkende Substanzen an einer Datenbank von 1.500 als Nahrungszusatz verwendeten Stoffen. Dabei wurde erstmals die östrogene Wirkung eines bekannten Konservierungsstoffes und einer Substanz, die gegen Verfärbungen bestimmter Nahrungsmittel eingesetzt wird, identifiziert.

Östrogen wirkende Substanzen sind synthetische Chemikalien, die die Wirkung natürlicher Östrogene, die etwa in Soja vorkommen, nachahmen. In hoher Dosis bringt man sie mit einer Reihe von Gesundheitsschäden in Verbindung, die von einer Verringerung der Spermienzahl bei Männern bis zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen reichen. Pestizide der Landwirtschaft oder bestimmte Medikamente können etwa zur Östrogen-Belastung des Wassers führen (pressetext berichtete: http://pressetext.de/news/090119024/ ). Ein Nachweis der Folgen für Organismen gelang bisher allerdings erst bei Tieren.

Im Laufe der Arbeit der italienischen Forscher wurden zwei Substanzen entdeckt, um deren östrogene Wirkung man zuvor nicht wusste. Eines davon ist das Konservierungsmittel Propylgallat, das Fette und Öle vor dem Ranzigwerden schützt und unter anderem in Kuchenmischungen, Knabber-Erzeugnissen, Trockensuppen oder bei Kaugummi eingesetzt wird. Das zweite ist 4-Hexylresorcinol, das die Verfärbung bei Schalentieren wie Shrimps verhindert. „Bei der Verwendung von Propylgallat und 4-Hexylresorcinol als Zusatzstoffe in der Nahrung sollte man vorsichtig sein“, so Studienautor Pietro Cozzini.

„Gallate wurden bisher eingehend untersucht, ohne dass östrogene Wirkung festgestellt wurde“, betont Werner Pfannhauser vom Institut für Lebensmittelchemie und -technologie der TU Graz gegenüber pressetext. Die Untersuchung erfolge bisher mit biologischen Organismen, bei denen überprüft wird, ob Östrogen-Wirkstoffe auf Rezeptoren treffen. Generelle Aussagen über deren gesundheitliche Folgen seien nicht möglich. „Die Bandbreite und Wirkungsverschiedenheit dieser Substanzen ist groß, zudem ist es immer eine Frage der Dosis.“

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.chim.unipr.it
http://www.ilct.tugraz.at

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