Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Juveniles Angiofibrom: Der Weg zu innovativen Therapieansätzen – oder: Die lange Suche nach der Tumor-Ursprungszelle

18.06.2010
Forschungspreis für Dr. rer. nat. Vivienne Willnecker, Labor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS)

Bereits im zwölften Jahr vergaben jetzt die Freunde des Universitätsklinikums des Saarlandes e.V. einen der mit 20.000 Euro höchstdotierten Forschungspreise in Südwestdeutschland. Der Fachbeirat des Vereins hat dafür vier Forschungsvorhaben ausgewählt. Eines davon wird von Dr. rer. nat. Vivienne Willnecker, Labor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS), betreut:

Das juvenile Angiofibrom ist ein gutartiger jedoch aggressiv wachsender Tumor, der fast ausschließlich geschlechtsspezifisch bei männlichen Jugendlichen ab dem 10. Lebensjahr mit einer Häufigkeit von zirka 0,5% aller Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich auftritt. Meist ist der Tumor im hinteren Abschnitt der Nasenhaupthöhle lokalisiert, häufig können jedoch auch angrenzende Strukturen wie die Nasennebenhöhlen, die Augenhöhlen oder die Schädelbasis betroffen sein. Ferner treten Fälle mit Ausdehnungen bis ins Gehirn oder entlang des Sehnervs auf, die die operative Entfernung des Tumors erschweren. Darüber hinaus besitzt das juvenile Angiofibrom eine Vielzahl von überwiegend irregulär geformten Blutgefäßen. Die fehlende Muskelschicht vieler Gefäße und hohe Anzahl an Gefäßen erklären die starke Blutungsneigung dieser gefäßreichen Bindegewebswucherung und erschwert in starkem Maße die operative Behandlung.

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, nach der Ursache für das Auftreten der zahlreichen Blutgefäßspalten im juvenilen Angiofibrom zu suchen, um darauf basierend den zugrunde liegenden Entstehungsmechanismus gezielt hemmen zu können.

Unsere Forschungsergebnisse konnten erstmals in Zellkulturexperimenten darauf hinweisen, dass die Bindegewebszellen des Tumors Stammzellcharakter besitzen und nach Stimulation mit spezifischen, im Tumor vorhandenen Wachstumsfaktoren (VEGF und FGF) in der Lage sind, sich zu Gefäßzellen weiter zu entwickeln. Aufgrund dieser Erkenntnis können nun neue wachstumsbegrenzende Therapieansätze für das juvenile Angiofibrom auf der Basis von VEGF- und FGF- hemmenden Medikamenten zunächst in Zellkultur getestet werden.

Das langfristige Ziel des Forschungsprojektes ist, bei den betroffenen jungen Patienten zukünftig die Notwendigkeit ausgedehnter chirurgischer Eingriffe zu vermeiden.

Kontakt:

Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS)

Dr. rer. nat. Vivienne Willnecker
Labor der HNO-Klinik, Geb. 6
(Direktor: Prof. Dr. Bernhard Schick)
Tel. (06841) 16-22987 (Büro)
Tel. (06841) 16-22956 (Labor)
Fax (06841) 16-22960
E-Mail: vivienne.willnecker@uks.eu

Marion Ruffing | idw
Weitere Informationen:
http://www.uks.eu/hno

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften