Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

JKI-Forscher kümmern sich um Achillesferse heimischer Eiweißpflanzen

10.05.2011
Forschungsprojekt zur Minderung der Krankheitsanfälligkeit der Weißen und Gelben Lupine gestartet. Suche nach Anthraknose-Resistenzquellen mit Mitteln des Bundesprogramms „Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)“ gefördert

Lupinen blühen ansprechend blau, gelb und weiß. Die Reize dieser heimischen Eiweißpflanzen sind nicht nur optischer Natur. Obwohl sie mit ihren proteinreichen Samenkörnern eine Alternative zu importierten Soja-Bohnen sind, ist der Anbau für Landwirte nur mäßig attraktiv.

Der Grund dafür ist, dass die Gelben und Weißen Lupinenarten extrem anfällig für die Pilzkrankheit Anthraknose sind. Daher ist ihr Anbau ab Mitte der neunziger Jahre praktisch zum Erliegen gekommen. Gleiches gilt für die Züchtung. Ein neues, vom Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniertes Forschungsprojekt, soll nun Abhilfe schaffen und die Anbaubedeutung der Weißen Lupine (Lupinus albus) und Gelben Lupine (Lupinus luteus) steigern.

Das Vorhaben hat eine Laufzeit von knapp drei Jahren und wird aus Mitteln des Bundesprogramms „Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)“ gefördert. Neben dem JKI, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, wirken als Partner die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf sowie die Saatzucht Steinach GmbH mit.

„Unser Ziel als Züchtungsforscher ist die Verbesserung der Krankheitsresistenz von Gelber und Weißer Lupine“, sagt Dr. Brigitte Ruge-Wehling vom JKI in Groß Lüsewitz anlässlich des Projektstarts. Im aktuellen Register des Bundessortenamts findet sich nur noch eine zugelassene Sorte der Weißen Lupine und keine Sorte der Gelben Lupine mehr. Gerade im ökologischen Landbau, der die im konventionellen Anbau genutzten chemischen Beizmittel gegen die Anthraknose nicht einsetzen kann, müssen langfristig Sorten her, die weniger krankheitsanfällig sind. Als erster Schritt wird am JKI in Genbankherkünften nach potenziellen Resistenzquellen gesucht, die anhand ihrer DNA-Muster schnell erkannt und für Kreuzungszwecke ausgewählt werden können. Ein weiterer Fokus des Projektes liegt auf der Verbesserung der Qualität der beiden Lupinenarten. Unter Anwendung moderner, zerstörungsfreier Analysemethoden sollen Lupinenformen erkannt werden, deren Samenkörner besonders hohe Proteingehalte und sehr niedrige Gehalte an antinutritiven Bitterstoffen (Alkaloiden) aufweisen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Brigitte Ruge-Wehling
Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen am
Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Rudolf-Schick-Platz 3a, OT Groß Lüsewitz, 18190 Sanitz
Tel: 038209 45-200
E-Mail: zl(at)jki.bund.de
Hintergrundinformation:
Angesichts hoher Sojaimporte für Viehfutter bietet der Anbau heimischer Körnerleguminosen eine Alternative. In Deutschland kommen als Eiweißlieferanten insbesondere die Ackerbohne, die Körnererbse, in Gunstlagen auch die Sojabohne sowie die Lupine in Frage. Wobei bei Lupine fast immer die Blaue Lupine gemeint ist. Generell sind die Ansprüche von Lupinen an Böden moderat. Sie eignen sich gut als Zwischen- oder Vorfrucht und helfen als stickstoffbindende Leguminosen Dünger sparen. Die zwei weiteren Lupinenarten, Weiße Lupine (Lupinus albus) und Gelbe Lupine (Lupinus luteus), sind nicht etwa Sorten, sondern botanisch gesehen unterschiedliche Arten, die nicht miteinander kreuzbar sind, was die Züchtung erschwert. Weiße und Gelbe Lupine sind dank ihres hohen Proteingehaltes – und die Weiße Lupine auch dank ihres höheren Kornertragspotenzials – der Blauen Lupine gegenüber eigentlich im Vorteil. Leider ist ihr Anbau wegen ihrer Anfälligkeit für die Anthraknose-Krankheit unattraktiv. Diese wird durch Samen übertragen und durch den Pilz Colletotrichum lupini verursacht.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

nachricht Der lange Irrweg der ADP Ribosylierung
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics