Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Start-Up ist Keimen auf der Spur

12.05.2016

Das am 4. Mai gegründete Unternehmen Biophotonics Diagnostics entwickelt Software-Lösungen und Datenbanksysteme, mit denen lebensbedrohliche Krankheitserreger sowie deren mögliche Resistenzen schnell und einfach identifiziert werden können. Die Kombination aus einem optischen Messverfahren und einer Computer-basierten Datenanalyse verkürzt die bisher benötigte Zeit zur eindeutigen Erregeridentifikation von etwa einem Tag auf wenige Stunden.

Die technologische Grundlage von „Biophotonics Diagnostics“ ist der Bio Particle Explorer der Firma rapID. Das vollautomatisierte Analysegerät bestimmt mittels eines optischen Messverfahrens die Größe, Anzahl, Form und den chemischen Fingerabdruck von Biopartikeln in Patientenproben wie Blut und Urin, oder in Luft und Wasser.


Quelle: InfectoGnostics/S. Döring

Die Daten werden mit Steckbriefen bekannter Mikroorganismen abgeglichen, die in einer elektronischen Datenbank hinterlegt sind. Erst durch den Datenbankabgleich und die Anwendung statistischer Analyseverfahren können die Mikroorganismen und deren eventuelle Antibiotikaresistenzen eindeutig identifiziert werden.

Biophotonics Diagnostics entwickelt kundenspezifische Software-Lösungen zur schnellen und automatisierten Erregerdiagnostik und erstellt spezifische Arbeitsvorschriften für die jeweiligen medizinischen Fragestellungen (sogenannte Standard Operating Procedures).

Prof. Jürgen Popp, Mitbegründer von Biophotonics Diagnostics, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien (IPHT) und Leiter des Institutes für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erläutert beispielhaft das Anwendungspotential der Technologie:

„Bei einer Sepsis müssen die Erreger möglichst schnell, zuverlässig und eindeutig identifiziert werden, um eine Behandlung mit geeigneten Antibiotika einzuleiten. Bisher benötigte man dafür mindestens einen Tag. Damit geht wertvolle Zeit, die für die richtige Therapie entscheidend ist, verloren. Mit der von uns entwickelten Diagnostik reduzieren wir den Zeitaufwand auf wenige Stunden. Ärzte gewinnen damit einen Vorsprung, der lebensrettend bei der Behandlung einer Sepsis sein kann.“

Die Technologie von Biophotonics Diagnostics basiert auf verschiedenen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekten, und einer engen Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Universitätsklinikum Jena.

Wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Technologie bezieht „Biophotonics Diagnostics“ aus der akademischen Expertise des IPHT, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Universitätskliniken Jena. Insbesondere profitiert Biophotonics Diagnostics von der guten Anbindung an Jenaer Forschungsnetzwerke wie den InfectoGnostics-Forschungscampus und dem wirtschaftsstrategischen Know-How des Partnerunternehmens rap.ID.

Zudem arbeitet Biophotonics Diagnostics eng mit Kunden aus der medizinischen und pharmazeutischen Forschung zusammen, um den routinemäßigen Einsatz der neuen Diagnostik in Kliniken und Laboratorien voranzutreiben und die Technologie deutschland- und europaweit zu vermarkten. Neben der klinischen Diagnostik findet der schnelle, kostengünstige und einfache Erregernachweis Anwendung in der Lebensmittel- und Umweltüberwachung sowie der Pharmazeutikaproduktion.

Biophotonics Diagnostics
Das Jenaer Unternehmen entwickelt Software-Lösungen und Datenbanksysteme mit denen lebensbedrohliche Krankheitserreger sowie deren möglichen Resistenzen schnell und einfach identifiziert werden können. Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit Partnern aus Wissenschaft und Industrie ist die Idee für Biophotonics Diagnostics entstanden. Zum Gründungskonsortium gehören neben Prof. Dr. Popp die Geschäftsführer der rapID GmbH, Dr. Markus Lankers und Dr. Oliver Valet.

Weitere Informationen:

http://www.leibniz-ipht.de

Daniel Siegesmund | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie