Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Cellulose-Proben auf dem Weg nach Brasilien

04.05.2009
Chemiker der Universität Jena suchen im internationalen Projekt nach Cellulose-Derivaten

Von Verdickungsstoffen in Nahrungsmitteln über Zigarettenfilter und Getränkeflaschen bis zur Bekleidungsindustrie - synthetische Polymere werden im täglichen Leben vielfältig verwandt.

Diese Stoffe immer billiger herzustellen und später hoch-effizient einzusetzen, sind wichtige Forschungsziele vieler Wissenschaftsbereiche.

Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universidade de São Paulo setzen in einem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekt auf die semi-kristallinen Polymere Cellulose-Ester und Misch-Ester. Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens mit dem Titel "Synthese von Cellulose-Ester und Misch-Ester in 'klassischen' und 'grünen' Lösungsmitteln: Prozessoptimierung und Eigenschaften der Produkte" ist es,

Cellulose-Derivate, also abgeleitete Stoffe ähnlicher Struktur mit neuen Eigenschaften, kostengünstig für eine spätere industrielle Nutzung herzustellen.

Doktorandin Constance Ißbrücker vom Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Universität Jena wird Anfang Mai für drei Monate nach Brasilien reisen - im Gepäck rd. 40 synthetisierte Cellulose-Proben, die von den brasilianischen Kollegen auf ihre spezifischen Eigenschaften hin untersucht werden sollen. Mit Hilfe verschiedener Synthesemethoden stellte Ißbrücker in den vergangenen Wochen nicht nur Derivate, sondern auch ionische Flüssigkeiten her, die in der Lage sind, die in Wasser und in den meisten Lösungsmitteln unlösliche Cellulose zu lösen. Gemeinsam mit der Chemisch-Technischen Assistentin Annett Pfeifer setzte die Doktorandin mikrokristalline Cellulose unterschiedlichen Lösungssystemen aus. "Cellulose wurde mit Alkylchlorid versetzt und zwei Stunden bei 80 Grad Celsius gerührt", erklärt Constance Ißbrücker, die in der Arbeitsgruppe (AG) um Prof. Dr. Thomas Heinze seit 2006 promoviert. "Anschließend wurden die Proben in Methanol ausgefällt, die Feststoffe abgetrennt und als Proben separiert."

Bereits seit sechs Jahren arbeiten die Jenaer Chemiker mit der Universität in São Paulo zusammen. "Während in Jena der physikalisch-chemische Teil des Forschungsvorhabens und präparative Arbeiten durchgeführt werden, untersuchen die brasilianischen Projektpartner - die mit modernster Messtechnik ausgestattet sind - die hergestellten Substanzen auf ihre Eigenschaften und studieren beispielsweise die Wechselwirkungen mit anderen Stoffen mittels solvatochromer Farbstoffe", so Prof. Heinze von der Universität Jena.

Anfang August wird im Gegenzug die brasilianische Promotionsstudentin Ludmila C. Fidale für vier Monate an das Jenaer Institut kommen. "Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen sowohl die Messtechniken als auch die physikalisch-chemischen Voraussetzungen des Projekts kennen lernen", so Heinze weiter. Für Constance Ißbrücker, die bereits in Jena Chemie studierte, wird es der erste längere Auslandsaufenthalt sein. Neben neuen Forschungsergebnissen erhofft sie sich spannende Eindrücke der brasilianischen Kultur und interessante Einblicke in eine der größten Metropolen der Welt.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Heinze
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Universität Jena
Humboldstr. 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948270
E-Mail: thomas.heinze[at]uni-jena.de

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen
27.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Glykane als Biomarker für Krebs?
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie