Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Isolierte Vögel lernen ohne Lehrer singen

05.05.2009
Gesangskunst zum Teil genetisch festgelegt

Anders als Menschenkinder lernen Vögel auch ohne Vorbilder ihre Gesänge. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher des City College New York und des Cold Spring Harbor Laboratory im Wissenschaftsmagazin Nature gekommen.

Die Wissenschaftler hatten mehrere männliche Zebrafinken isoliert aufgezogen und ihre Gesänge miteinander verglichen. Zwar haben sich die Gesänge der allein aufgewachsenen Vögel stark von jenen in freier Wildbahn unterschieden.

Untereinander waren die Melodien der Einsiedler allerdings sehr ähnlich. Innerhalb von drei bis vier Generationen haben sich die Gesänge der isolierten Tiere jenen natürlicher Populationen wieder angeglichen.

Die männlichen Finken wurden im Alter von einem Monat aus der Gruppe genommen und allein aufgezogen. Das Team um Olga Feher hat anschließend untersucht, wie sich die Gesänge dieser Tiere entwickelten. Junge Zebrafinken lernen von anderen älteren Geschlechtsgenossen in der Gruppe ihren Gesangsstil, indem sie Silben nachsingen. Die Gesänge der isoliert aufgewachsenen Tiere wiesen hingegen weniger Struktur auf, waren krächzender und deutlich lauter. Zudem waren sie nicht rhythmisch. Normale Gesänge von Zebrafinken bestehen aus individuellen feststehenden Silben, die immer wieder wiederholt werden. Die Forscher wollten nun wissen, wie isoliert aufwachsende Männchen ihre Gesangskünste anderen Männchen weitergeben. Dazu setzten sie die isoliert aufgewachsenen Tiere zu je einem männlichen Jungvogel. Die jüngeren übernahmen darauf den Gesangsstil der älteren Tiere, indem sie den Stil wieder imitierten.

Die Forscher wollten auch wissen, wie solch isoliert aufgewachsenen Männchen ihren Gesangsstil an Nachkommen weitergeben. Dazu setzten sie diese jungen Männchen der nächsten Generation als Lehrer vor. Dabei konnten sie feststellen, dass sich nach etwa drei bis vier Generationen die Art und Weise des Gesangs jenem normaler Populationen anglich. Das legt nahe, dass das Singen auch teilweise genetisch festgelegt ist, obwohl die Lernerfahrung eine offensichtlich große Rolle spielt, weil sie die Gesänge beeinflußt.

Die ursprünglich in Australien und den Sunda-Inseln beheimateten Zebrafinken gelten aufgrund der leichten Käfighaltung als sehr beliebte Haustiere. Nur die Männchen balzen und singen. Zebrafinken sind gesellige Vögel, die in der Natur üblicherweise außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen leben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www1.ccny.cuny.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik