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Invasion der fremden Pflanzen schädigt Umwelt

03.09.2009
Globaler Vergleich von Auswirkungen auf ozeanischen Inseln

Mindestens 400 gebietsfremde, invasive Pflanzen haben auf ozeanischen Inseln ein neues zu Hause gefunden. Etwa die Hälfte von ihnen hat das Pflanzenkleid in ihrer neuen Heimat stark verändert, die übrigen sind zumindest häufig in naturnahen Gebieten zu finden.

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von Forschern um den Botaniker Christoph Küffer vom Institut für Integrative Biologie an der ETH Zürich, welche eben in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics" publiziert wurde. Erstmals haben Wissenschaftler Daten von 30 Insel-Archipelen im Atlantik, in der Karibik, im Pazifik und im westlichen Indischen Ozean miteinander verglichen.

Insgesamt haben die Forscher 383 Pflanzenarten gefunden, die auf mindestens einer der 30 Inselgruppen in naturnahen Gebieten häufig sind -zwischen drei und 74 Arten pro Archipel. Etwa die Hälfte wurde in ihrer neuen Heimat zur dominanten Art. Das bedeutet, dass sie mindestens 25 Prozent einer repräsentativen Fläche in einem naturnahen Gebiet besiedelt hat. "Alleine in Hawaii wachsen rund 10.000 Pflanzenarten, die nicht heimisch sind", so Küffer gegenüber pressetext. Der Großteil von ihnen wächst in privaten Gärten und wurde absichtlich auf die Inseln gebracht. 47 Pflanzenarten sind so dominant, dass sie das Landschaftsbild der Inselgruppe verändert haben." Auch auf den Kanarischen Inseln und im französischen Überseedepartment La Réunion im Indischen Ozean dominieren inzwischen eingeschleppte Pflanzenarten.

"Wir haben Inseln nicht mit dem Festland verglichen, aber verschiedene Inseln untereinander", erklärt Küffer. Das Besondere am Studienergebnis war, dass eine bestimmte Art nicht auf allen Inseln, auf welche sie eingeführt wurde, gleich dominant war. Die meisten Pflanzenarten waren nur auf einer oder zwei Inseln invasiv, auf den anderen hingegen nicht. "Das bedeutet, dass offensichtlich auch andere Faktoren neben der Eigenschaften der Art eine Rolle spielen, ob und wie dominant einzelne Pflanzenarten sind", so der Forscher.

Kletterpflanzen als funktionelle Pflanzengruppe gehören zu jenen Arten, die sich auf verschiedenen Inseln sehr stark ausgebreitet haben. "Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sich die Landnutzung auf vielen Eilanden in den vergangenen Jahren von einer landwirtschaftlich basierten hin zu einer touristischen verändert hat. Dadurch liegen Felder, die einst bewirtschaftet wurden brach", meint Küffer. Das könne etwa zu einer massiven Ausbreitung der Kletterpflanzen geführt haben. Eine andere Hypothese geht davon aus, dass die höheren CO2-Werte in der Luft den Kletterpflanzen einen Wachstumsvorteil bieten.

"Invasive Pflanzen werden auf allen Inseln als wichtiger Faktor der Bedrohung heimischer Flora anerkannt", so Küffer. Es gebe eine Reihe von Studien, die negative Folgen solcher Eindringlinge beschreiben. Folgen davon könnten etwa die Zurückdrängung der heimischen Pflanzen durch Konkurrenz sein. "Die invasiven Arten nehmen den heimischen praktisch die lebenswichtigen Stoffe wie Wasser weg", erklärt Küffer. Das kann zum Beispiel einen Rückgang der Samenproduktion und damit schlussendlich die Verjüngung der einheimischen Arten bedeuten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.env.ethz.ch

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