Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäre Projektgruppe zur gesellschaftlichen Bewertung der synthetischen Biologie

05.10.2010
Die synthetische Biologie ist ein neuer, sich dynamisch entwickelnder Zweig der Biologie, der weltweit an Bedeutung gewinnt und gesellschaftlich immer breiter diskutiert wird.

Das neue Forschungsgebiet befasst sich mit der gezielten Konstruktion von Lebewesen, die zum Beispiel für die Herstellung von neuen, kostengünstigen Medikamenten, hochwertigen Chemikalien oder klimagünstigen synthetischen Treibstoffen genutzt werden sollen.

Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH richtet zu diesem Thema eine interdisziplinäre Projektgruppe ein, die die Chancen dieser Forschungsrichtung ausloten und etwaige Risiken benennen wird. Ethiker, Biologen, Soziologen, Ökonomen und Juristen werden dabei gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Forschung und für mögliche Anwendungsfelder entwickeln.

Durch die Zusammenführung der Disziplinen Informatik, Ingenieurwissenschaften und Biologie hat sich mit der synthetischen Biologie ein auch methodisch grundlegend neuer Forschungszweig entwickelt, der rasant wächst und erste Erfolge aufweisen kann. Mit der geplanten Neuschaffung von niederen Lebewesen bzw. der Entwicklung neuer nicht in der Natur vorkommender Grundbausteine des Lebens, wie zum Beispiel der Synthese zweckoptimierter Nukleinsäuren, betritt die synthetische Biologie nicht nur in der Biologie Neuland. Auch die Erforschung der potentiell weitreichenden Folgen für den Menschen und seine Umwelt steht erst am Anfang.

Die neue Arbeitsgruppe an der Europäischen Akademie, die mit 365.000 Euro von der Klaus Tschira Stiftung gefördert wird, will nicht nur biologische Folgen (z. B. mögliche Auswirkungen von freigesetzten synthetischen Organismen), sondern auch gesellschaftliche Problemstellungen (z. B. Fragen der Akzeptabilität) diskutieren. Des Weiteren möchte die Expertengruppe zentrale Begriffe – wie zum Beispiel eine Definition des Lebendigen in Abgrenzung zur toten Materie – präzisieren und somit zu einer effizienten und verlässlichen Kommunikation über die Herausforderungen der synthetischen Biologie beitragen. Die Ergebnisse der Projektgruppe, die 2013 veröffentlicht werden sollen, werden sich an einschlägige wissenschaftliche Disziplinen, Politik, Industrie und die interessierte Öffentlichkeit richten.

Projektkoordination: Dr. phil. Margret Engelhard, Dipl.-Biol., Europäische Akademie GmbH

Nähere Informationen zur Europäischen Akademie:
Die Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler gGmbH wurde 1996 vom Land Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) gegründet. Direktor der Gesellschaft ist der Philosophieprofessor

Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann. Wissenschaftlich-interdisziplinäre Arbeitsgruppen widmen sich der Erforschung und Beurteilung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen für das individuelle und soziale Leben des Menschen und seine natürliche Umwelt. In wissenschaftlicher Unabhängigkeit führt die Akademie einen Dialog mit Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Damit will sie zu einem rationalen Umgang der Gesellschaft mit Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen beitragen.

Katharina Mader | idw
Weitere Informationen:
http://www.ea-aw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Resteverwerter im Meeresboden
24.04.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

24.04.2018 | HANNOVER MESSE

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics