Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektionen im diabetischen Gewebe

12.10.2010
Deutsches Forschungsprojekt unter HZI-Leitung untersucht Bakteriengemeinschaften in den Wunden von Zuckerkranken.

Die Zahl der Diabetiker ist in den letzten Jahrzehnten weltweit stark angestiegen. Somit werden auch Begleiterscheinungen der Krankheit zu einem wichtigen Problem für die Medizin: Aufgrund mangelnder Durchblutung durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel sind Infektionen des Fußes die häufigste Folgeerkrankung von Diabetes – im schlimmsten Fall droht die Amputation.

Eine deutsche Wissenschaftlerkooperation möchte nun untersuchen, welche Faktoren bei dieser Art der Fußinfektion eine wichtige Rolle spielen. Mit diesem Wissen möchten die Forscher neue Therapie- und Vorsorgemaßnahmen entwickeln.

Der Startschuss für das gemeinsame Projekt fällt heute bei der konstituierenden Sitzung in Würzburg. Beteiligt sind das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, das Universitätsklinikum Münster, die Justus-Liebig Universität Gießen und die Technologie-Plattformen der Georg-August Universität Göttingen und der Universität Bielefeld.

Für mehr als 15 Prozent der 200 Millionen Diabetes-Patienten weltweit sind Infektionen des Fußes ein ernstes gesundheitliches Problem. Eine komplexe Zusammensetzung verschiedener Bakterienarten, von denen die meisten bis heute nur wenig untersucht sind, besiedeln die Wunden. Die häufigste Komplikation ist eine Infektion mit Staphylococcus aureus-Bakterien, die tief in das Gewebe eindringen und zu einer Entzündung des Knochens führen können.

„Diese Art von Infektion erschwert die Behandlung eines Diabetes-Fußes erheblich“, sagt Dr. Eva Medina, Leiterin der HZI-Arbeitsgruppe „Infektionsimmunologie“ und Projektkoordinatorin. „Wir wollen das Zusammenspiel der Bakterien verstehen, das zu einer Infektion des Fußes und des Knochens führt.“

Dazu untersuchen die Forscher mithilfe der sogenannten Metagenomik, wie sich Bakterien und Patient gegenseitig beeinflussen: Welche Bakterien führen zu einer Infektion? Welche Bakterien schließen sich zu Gemeinschaften zusammen, die eine Behandlung erschweren? Welche Gene werden in den Bakterien und in den infizierten Geweben des Patienten zu welchem Zeitpunkt ein- und ausgeschaltet?

„Unser Ziel ist es, bakterielle Faktoren zu identifizieren, die maßgeblich an einem Fortschreiten der Infektion im Fuß und im Knochen beteiligt sind“, so Eva Medina. Das Projekt werde in Zukunft wertvolle Informationen liefern, die die Diagnose, die Vorbeugung und die Behandlungsmöglichkeiten von diabetischen Fußinfektionen sowie deren Komplikationen verbessern werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das nationale Projekt für die nächsten drei Jahre mit einer Millionen Euro.

Die Partner:
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig (Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie)
Justus-Liebig Universität Gießen (Institut für Medizinische Mikrobiologie)
Universitätsklinikum Münster (Institut für Medizinische Mikrobiologie)
Technologie-Plattform Bielefeld, Universität Bielefeld (CeBiTec)
Technologie-Plattform Göttingen, Georg-August Universität (Genomik, Angewandte Mikrobiologie)

Dr. Bastian Dornbach | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie