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Immunsystem: Wirkung des Adhäsionsmoleküls L1 entschlüsselt

20.04.2009
Neue Therapieansätze bei Autoimmunschwächen in Aussicht

Wissenschaftler der Fondazione Istituto Firc di Oncologia Molecolare und des Istituto Europeo di Oncologia haben eine wichtige Entdeckung über das Zusammenwirken der Zellen im menschlichen Organismus gemacht. Danach spielt ihre Interaktion mit Adhäsionsmolekülen eine Schlüsselrolle beim Funktionieren des Immunsystems und der Entstehung vieler Pathologien wie beispielsweise der Metastasenbildung.

Der Medizinwissenschaft bereits bekannt ist, dass die Mutation des Adhäsions-Moleküls L1 ein als CRASH (Corpus callosum agenesis, Retardation, Adducted thums, Spastic parapelgia, Hydrocephalus) bekanntes Syndrom auslöst. "Anhand von Labor- und Lebenduntersuchungen haben wir festgestellt, dass L1 auf der Oberfläche der Dentrischen Zellen die Lymphozyten aktiviert und damit die Abwehrreaktion in Gang bringt", erklärt Projektleiter Ugo Cavallaro.

Zu diesem Zweck müssten die Dentrischen Zellen zeitweise aus dem Kreislaufsystem heraustreten und wieder in dasselbe zurückkehren (Transmigration). "An dieser Stelle tritt das L1 in Aktion, in dem es ihre Wanderung durch die Wände der Blut- und Lymphgefäße regelt", so der italienische Wissenschaftler weiter. "Außerdem war zu beobachten, dass infolge von Entzündungsreizen auch die auf den Blutgefäßen befindlichen endothelialen Zellen im Zusammenwirken mit den Dentrischen Zellen L1 produzieren."

Neben den Erkenntnissen über das Funktionieren des menschlichen Immunsystems stellt die Untersuchung neue Therapieansätze bei verschiedenen Pathologien wie beispielsweise Autoimmunschwächen in Aussicht. "Bei Patienten mit dem CRASH-Syndrom werden die damit einhergehenden entzündliche Erkrankungen meist auf ein neurologisches Defizit zurückgeführt", so Cavallaro.

"Die Ermittlung einer L1-Fehlfunktion bietet jedoch eine schlüssigere Erklärung und liefert gleichzeitig bessere Therapiemöglichkeiten." Außerdem ergäben sich neue Therapieansätze bei Krebserkrankungen mit hoher L1-Dichte wie beispielsweise Kolon- und Eierstockkarzinomen. Da die Krebszellen zum Eindringen in die Blutgefässe meist den gleichen Mechanismus benutzen wie das Immunsystem, stelle die Lahmlegung des L1 eine geeignete Bekämpfungsstrategie dar.

Die Untersuchung der Mailänder Forscher ist von der italienischen Krebsforschungsgesellschaft AIRC, der Fondazione Telethon, der Sparkassenstiftung Cariplo, dem italienischen Gesundheitsministerium, der Association for International Cancer Research, dem Cancer Council Victoria und der Australian Health and Medical Research Council Fellowship finanziert worden. Einzelheiten wurden in der internationalen Fachzeitschrift "The Journal of Experimental Medicine" veröffentlicht.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifom.firc.it
http://www.ieo.it

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