Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im NeuroLab entwickelt das Fraunhofer IAO emotionssensitive Mensch-Computer-Schnittstellen

27.10.2015

Mit dem NeuroLab eröffnet das Fraunhofer IAO eine Testumgebung für Fragen der Neuroarbeitswissenschaft. Forscherinnen und Forscher wenden dort neurowissenschaftliche Erkenntnisse auf Fragen der menschengerechten Arbeitsgestaltung an. Im Fokus stehen Assistenzsysteme im Fahrzeug, in der Mensch-Roboter-Kollaboration sowie in der Wissensarbeit. Das Labor wurde am 27. Oktober 2015 mit einem Fachsymposium eröffnet.

Vorgänge im menschlichen Gehirn faszinieren Neurowissenschaftler seit Jahrzehnten. Über die Messung von Hirnströmen ziehen sie Rückschlüsse auf das Befinden des Menschen und die Funktionsweise unseres Denkorgans.


Hirnforschung trifft Arbeitswissenschaft

© Fraunhofer IAO

Im neuen Forschungsgebiet der Neuroarbeitswissenschaft werden diese Erkenntnisse genutzt, um Arbeitsumgebungen und technische Geräte menschengerechter zu gestalten. Das neu eröffnete NeuroLab am Fraunhofer IAO erforscht speziell, was im Gehirn passiert, wenn Menschen technische Geräte benutzen.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mensch-Computer-Schnittstellen entwickeln, die mentale und emotionale Nutzerzustände erkennen und sich automatisch an individuelle Bedürfnisse anpassen.

Eröffnung am 27. Oktober

Am 27. Oktober wurde das neue »Labor für Neuroarbeitswissenschaft«, wie es vollständig heißt, feierlich eröffnet. Peter Hofelich, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, betonte in seinem Grußwort zur Eröffnung die Chancen für die Mensch-Technik-Interaktion der Zukunft: »Die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Wirtschaft und Gesellschaft sind für alle erkennbar – wir sind mitten in der Neugestaltung der vernetzten und digitalen Arbeitswelt von morgen.

Baden-Württemberg hat alle Voraussetzungen, Leitanbieter und Leitmarkt für die Produktion und Mobilität der Zukunft zu werden. Der Mensch muss im Mittelpunkt des Technikwandels stehen, dazu leistet das NeuroLab des Fraunhofer IAO einen wesentlichen Beitrag.« Prof. Wilhelm Bauer, Institutsleiter des Fraunhofer IAO, hob hervor: »Mit dem Brückenschlag zur Neurowissenschaft heben wir die Arbeitsforschung auf eine ganz neue Ebene. Erkenntnisse über das Erleben, die Motivation und die Belastung bei der Arbeit helfen uns, Geräte viel menschengerechter zu gestalten und so erfolgreich am Markt zu platzieren.«

Forschungsroadmap für die Neuroarbeitswissenschaft

Nach Grußworten und einem Rundgang durch das Labor stellte das Fraunhofer IAO am Nachmittag bei einem Fachsymposium das Gebiet der Neuroarbeitswissenschaft mit seinen Perspektiven, Potenzialen und Anwendungsfeldern vor. Experten aus den Neurowissenschaften diskutierten anschließend die zukünftigen Entwicklungen und Anwendungspotenziale von Gehirn-Computer-Schnittstellen. Entstanden ist eine Forschungsroadmap für das Feld der Neuroarbeitswissenschaft.

»Wenn wir die Gehirn-Computer-Schnittstelle aus dem medizinischen Kontext in das Arbeitsumfeld bringen wollen, müssen wir die Menschen in den Fokus stellen. Zukünftige Forschung muss sich direkt an den Nutzerinnen und Nutzern orientieren«, fordern Kathrin Pollmann und Dr. Mathias Vukelic, die die Forschung im NeuroLab verantworten.

Die ersten Studien sind bereits angelaufen. Momentan untersuchen Pollmann und Vukelic, was bei ihren Probanden im Gehirn passiert, wenn sie mit Assistenzsystemen arbeiten. Dazu setzen sie Elektroenzephalographie (EEG) und Funktionale Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) ein. Zusätzlich zu diesen neurowissenschaftlichen Methoden erfassen sie die Muskelaktivitäten im Gesicht – so können sie beispielsweise erkennen, wenn die Benutzer angestrengt die Augen zusammenkneifen, lächeln oder in welche Richtung sie schauen. Hierdurch soll eines Tages eine Benutzungsschnittstelle entstehen, die bestimmte Hirnzustände wie Stress oder Freude erkennt und das Verhalten von Assistenzsystemen entsprechend anpasst.

Ansprechpartner:

Kathrin Pollmann
Human-Computer Interaction
Fraunhofer IAO
Telefon +49 711 970-2347
E-Mail: kathrin.pollmann@iao.fraunhofer.de

Dr. Mathias Vukelic
Human-Computer Interaction
Fraunhofer IAO
Telefon +49 711 970-5138
E-Mail: mathias.vukelic@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/presse-und-medien/1655-hirnforsch... - Bildergalerie und Video
http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/component/content/article.html?id=1600&... - IAO-News vom 27.05.2015: Technik, die sich gut anfühlt

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zellen auf Wanderschaft: Falten in der Zellmembran liefern Material für nötige Auswölbungen
23.11.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Neues Verfahren zum Nachweis eines Tumormarkers in bösartigen Lymphomen
23.11.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung