Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirnkarten aus Jülich: flexibel statt statisch

19.01.2010
Das Gehirn als anpassungsfähiges Organ, das sich permanent verändern kann: So sehen Prof. Katrin Amunts und Prof. Karl Zilles vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich das Denkorgan.

Der Hirnforscher Korbinian Brodmann veröffentlichte vor etwas mehr als 100 Jahren eine Gehirnkarte mit einer eher statischen Aufteilung der Großhirnrinde in zahlreiche Areale.

Die renommierte Fachzeitschrift Nature Reviews Neuroscience veröffentlichte Anfang Januar einen Aufsatz der beiden Jülicher Wissenschaftler. In dem Beitrag mit dem Titel "Centenary of Brodmann's map - conception and fate" würdigen die Autoren zum einen Korbinian Brodmanns epochales Werk.

Zum anderen setzen die beiden Hirnforscher ihre eigene Arbeit inhaltlich in Bezug zu Brodmann.

Amunts und Zilles arbeiten mit ihren multidisziplinären Teams seit über zehn Jahren an einem räumlich strukturierten Modell des Gehirns: Die funktionell und anatomisch unterschiedlichen Hirnregionen werden in ihrer Lage und Ausdehnung mikroskopisch genau im Computer registriert und deren erhebliche Variabilität zwischen verschiedenen Menschen in Form von Wahrscheinlichkeitskarten ("probabilistischen Hirnkarten") erfasst.

In ihrem Beitrag für Nature Reviews Neuroscience machen sie deutlich, worin die Unterschiede zu Brodmanns Arbeit liegen: Die beiden Forscher zeigen die Hirnorganisation nicht mehr in Form statisch-schematischer Hirnkarten, sondern als dynamische Beschreibungen der Hirnorganisation, die interindivuelle Variabilität, zelluläre und molekulare Eigenschaften der Hirnregionen und in gegenwärtig laufenden Arbeiten auch deren Verbindungen und krankheitsbedingten Veränderungen erfasst.

Diese probabilistischen Hirnkarten sind inzwischen weltweit in führenden Datenbanken und Software-Tools vertreten. Die Hirnkarten wurden der internationalen wissenschaftlichen Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt, mehr als 22.000 Downloads wurden bisher verzeichnet.

Der Artikel im Netz:
http://www.nature.com/nrn/journal/vaop/ncurrent/full/nrn2776.html
Weiterführende Informationen zum INM:
http://www.fz-juelich.de/inm/index.php?index=319
http://www.fz-juelich.de/inm/inm-1/index.php?index=307

Annemarie Winkens | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise