Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hightech-Plankton soll Unterwasserwelt erforschen

25.08.2008
Schwarm von Tausenden Sensoren wird mit Strömung durch die Meere driften

Ein Team von italienischen Wissenschaftlern arbeitet an einem Sensorsystem unter dem Namen "Smart Plankton", mit dem die Unterwasserwelt eingehender erforscht werden soll.

Die Forscher entwickeln am SmartLab der Universität in Genua kleine planktonähnliche Geräte, die sie mit Sensoren bestücken. In großer Anzahl sollen diese Datensammler im Schwarm durch die Meere driften, Messungen durchführen und diese an ein zentrales System weiterleiten, berichtet der NewScientist.

Laut dem am Projekt beteiligten Wissenschaftler Davide Brizzolara kann das System helfen, die Weltmeere in größerem Ausmaß zu erforschen, als dies stationäre Sensoren erlauben. Darüber hinaus sei das technisch aufgerüstete Plankton deutlich billiger, als wenn man ferngesteuerte Unterwasser-Boote zur Forschung einsetzen würde. Ein Smart-Plankton-Schwarm soll dabei Tausende einzelne Geräte umfassen, die mit verschiedenen Sensoren bestückt sind. Dies erlaube die Beobachtung der Unterwasserwelt ebenso wie archäologische Untersuchungen oder die Minensuche unter Wasser.

Jedes einzelne sensorbestückte Planktonteilchen sammelt Informationen - beispielsweise Wassertemperatur oder Salzgehalt - und gibt die Daten von Plankton zu Plankton weiter bis sie an einen zentralen Empfänger auf einer Boje angelangt sind. Als Möglichkeit zur Datenübertragung wählten die Forscher blinkende LEDs. Die üblicherweise bei dieser Art Netzwerk eingesetzten Radiowellen stellen die Wissenschaftler im Wasser vor Probleme, da das Signal nur die Distanz von etwa einem Meter überbrücken kann. Wie die Forscher herausgefunden haben, wird Licht in sichtbarer Wellenlänge von Plankton oder Sedimentpartikeln deutlich weniger gestreut und eignet sich daher für die Übertragung.

Die verwendete Wellenlänge zur Lichtkommunikation ist hierbei von der Größe der Partikel sowie der Distanz der Smart-Plankton-Teilchen zueinander abhängig. "Unser Plankton wird also anpassungsfähig sein", berichtet Brizzolara dem Wissenschaftsmagazin. Sobald die Datenübertragungsrate unter einen bestimmten Wert fällt, wird die Lichtfarbe gewechselt.

"Das ermöglicht bei einem Abstand von zehn Metern zueinander noch eine Datenrate von einem Gigabit pro Sekunde", berichtet der Forscher. Durch die Messung der Zeitverzögerung könne zudem die Distanz zwischen dem Smart-Plankton und der fixen Empfangsstation ermittelt werden. Derzeit bauen die Wissenschaftler einen Prototypen ihres technisch aufgerüsteten Planktons. Der Durchmesser der Geräte liegt derzeit bei rund 20 Zentimetern, allerdings wollen die Forscher noch eine Miniaturisierung auf zwei Zentimeter erzielen.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.smartlab.dibe.unige.it

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt
11.12.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder
11.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit