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Herstellung erwachsener Stammzellen verbessert

18.07.2011
Nanostrukturierte Plastikoberflächen sind deutlich effektiver

Eine neue Oberfläche aus Plastik für die Herstellung erwachsener Stammzellen haben Wissenschaftler der University of Glasgow und University of Southampton entwickelt. Sie überwindet jene Hürden, die bisher die Arbeit der Forscher erschwert haben. Standardoberflächen unterliegen Einschränkungen, wenn es darum geht, große Mengen von Stammzellen herzustellen und ihre Charakteristiken zu erhalten.

Es besteht die Hoffnung, dass diese Entdeckung zu neuen Behandlungsansätzen mit Stammzellen wie für das Nachwachsen von Knochen und Gewebe führen kann. Zusätzlich werden neue Impulse für die Behandlung von Krankheiten wie Arthritis erwartet. Details der Studie wurden in Nature Materials http://www.nature.com/nmat veröffentlicht.

Die neue nanostrukturierte Oberfläche wurde in einem Verfahren hergestellt, das jenem bei der Herstellung von Blu-ray Discs ähnlich ist. Die Oberfläche ist mit winzigen Einbuchtungen übersäht. Sie ermöglichen es, Stammzellen effektiver wachsen und zur erwünschten Zellart werden zu lassen. Derzeit werden Stammzellen von erwachsenen Patienten im Labor kultiviert, um die Anzahl der Zellen zu erhöhen und eine für die Regeneration ausreichende Menge herzustellen. Dann können sie dem Patienten wieder eingesetzt werden.

Eingeschränkte Effektivität

Dieses Verfahren zur Kultivierung wird durch normale Standardoberflächen aus Plastik erschwert. Aus den Zellen werden nicht immer Stammzellen, sondern andere Zellen, die für die Behandlung nutzlos sind. Chemische Lösungen sollten helfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Laut Matthew Dalby von der University of Glasgow, der das Forschungsprojekt gemeinsam mit Nikolaj Gadegaard und Richard Oreffo von der University of Southampton leitete, waren diese Verfahren in ihrer Effektivität eingeschränkt.

Dalby erklärte, dass die neue nanostrukturierte Oberfläche sehr effektiv zur Herstellung von mesenchymalen Stammzellen eingesetzt werden können. Sie stammen unter anderem aus dem Knochenmark und können bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, orthopädischen Problemen oder zur Behandlung des Bindegewebes eingesetzt werden. Kann das gleiche Verfahren zur Kultivierung anderen Arten von Stammzellen eingesetzt werden, wäre dieses Verfahren laut dem Wissenschaftler ein erster Schritt in Richtung großer Fabriken zur Herstellung von Stammzellen. Sie könnten laut BBC die Entstehung von Behandlungsansätzen für eine ganze Reihe von Krankheiten wie Diabetes, Arthritis, Alzheimer und Parkinson ermöglichen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.gla.ac.uk
http://www.soton.ac.uk

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