Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderung für Pflanzen / WWU-Forscher an Biotechnologie-Projekt beteiligt

30.08.2010
Was für viele Menschen genau das richtige Sommerwetter ist, ist für Pflanzen eine echte Herausforderung: Hitze und Trockenheit. Wie reagiert eine Pflanze, wenn es nicht regnet und gleichzeitig die Temperaturen in die Höhe klettern?

"Das ist aus landwirtschaftlicher Perspektive eine wichtige Frage - ein großer Teil der Ernten kann durch solche Stressfaktoren verloren gehen. Aber auch aus Sicht eines Grundlagenforschers ist das ein sehr spannendes Thema", betont Prof. Dr. Jörg Kudla. Der Wissenschaftler vom Institut für Botanik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) geht daher nun gemeinsam mit einem europaweiten Forscher-Konsortium dieser Frage nach.

Das neue Biotechnologie-Projekt "ADYSARC" ist Teil des transnationalen Forschungsprogramms "Plant-KBBE", für das sich die Forschungsministerien von Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal zusammengeschlossen haben. "ADYSARC" führt Grundlagenforschung mit angewandter Forschung zusammen und wird in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie von privatwirtschaftlichen Unternehmen mit insgesamt rund 812.000 Euro für drei Jahre unterstützt. Sechs Partner aus Deutschland, Frankreich und Spanien sind unter der Leitung des Pflanzenbiotechnologie-Unternehmens BASF Plant Science GmbH daran beteiligt.

Pflanzen reagieren auf ihre Umwelt. Zum Beispiel verschließen sie bei Trockenheit die winzigen Öffnungen in ihren Blättern, die für den Gasaustausch nötig sind. Dadurch wird die Wasserverdunstung minimiert. Bei Hitze öffnen sich diese Poren weit, um durch Verdunstung Kühlung zu erzeugen. "Wie diese Regulation für jeden einzelnen Umweltfaktor auf genetischer Ebene funktioniert, ist schon recht gut erforscht. In der Natur treten Hitze und Trockenheit jedoch oft gleichzeitig auf. Wie löst eine Pflanze dieses Dilemma? Hier steht die Forschung noch am Anfang", erklärt Jörg Kudla. Am Beispiel von Reis wollen die Wissenschaftler diese Frage beantworten. Dazu suchen sie nach Genen, die bei gleichzeitiger Hitze und Trockenheit besonders aktiv sind - denn das ist ein Hinweis darauf, dass diese Gene eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Stresssituation spielen könnten. Die Ergebnisse, so hoffen die Forscher, können sie später auf andere Nutzpflanzen wie Weizen oder Mais übertragen.

Sind die wichtigsten "Stress-Gene" bekannt, wollen die Wissenschaftler durch konventionelle Züchtung Pflanzen erzeugen, bei denen diese Gene bei Hitze und Trockenheit auf Hochtouren laufen - und die daher besonders gut mit diesen schwierigen Umweltbedingungen klarkommen. Dadurch sollen Ertragsverluste vermindert werden. "An unserem Projekt sind zum Beispiel auch spanische Tomatenzüchter beteiligt. Gerade bei Tomatenpflanzen, die ja besonders viel Wasser benötigen, wäre eine bessere Anpassung an heiße, trockene Sommer wünschenswert", so Jörg Kudla.

Das neue Projekt ist eines von nun insgesamt vier internationalen "Plant-KBBE"-Projekten, bei denen münstersche Biologen mitarbeiten. "Das BMBF beteiligt sich gegenwärtig an 22 derartigen transnationalen Verbundprojekten. Die Münsteraner sind also stark vertreten. Das spiegelt wider, dass die Universität Münster ihre Stellung in der pflanzlichen Biotechnologie in Deutschland in den letzten Jahren stark verbessert hat", betont Jörg Kudla.

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Biologie.Botanik/agkudla/index.html

Weitere Berichte zu: BMBF Biotechnologie-Projekt Hitze Pflanze Trockenheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Evolutionsvorteil der Strandschnecke
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Mobile Goldfinger
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit