Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hautkrebs: Therapieansatz für tödliche Merkel-Zell-Tumore

23.09.2010
Das Merkelzellkarzinom ist der aggressivste aller Hautumoren: Etwa ein Drittel der Patienten, bei denen dieser Krebs diagnostiziert wird, sterben an der Erkrankung, da das Merkelzellkarzinom schnell Metastasen bildet und in diesem Stadium der Erkrankung heute noch keine heilende Therapie zur Verfügung steht.

Um Ansatzpunkte für zukünftige Therapien zu finden, untersucht Dr. Roland Houben an der Universitätshautklinik in Würzburg die molekularen Veränderungen bei diesem Tumor.

Nach ihrem Erstbeschreiber, dem Anatom Johann Friedrich Sigmund Merkel (┼ 1919), sind die Merkelzellen benannt, die als Druckrezeptoren in der Haut fungieren. Da die Zellen eines bestimmten Hauttumors gewisse Ähnlichkeiten mit diesen Merkelzellen aufweisen, wird dieser Tumor als Merkelzellkarzinom bezeichnet, wobei unklar ist, ob dieser Krebs tatsächlich aus den Merkelzellen hervorgeht.

Besser belegt ist dagegen, dass bei der Entstehung der meisten Merkelzellkarzinome ein 2008 neu entdeckter Virus, der sogenannte Merkelzellpolyomavirus, eine entscheidende Rolle spielt.

In Merkelzellkarzinomzellen findet man neben dem viralen Erbgut auch Eiweiße des Virus. Wissenschaftler an der Hautklinik Würzburg haben dazu eine bedeutende Endeckung gemacht: Wenn man „im Reagenzglas“, mittels gentechnischer Methoden, die Produktion dieser Eiweiße in den Zellen unterdrückt, führt dies dazu, dass die Tumorzellen sich nicht mehr teilen bzw. absterben.

Die Merkelzellkarzinomzellen brauchen also die Eiweiße des Merkelzellpolyomavirus für ihr Wachstum und Überleben. Dies unterstreicht die Bedeutung des Virus bei der Tumorentstehung und gibt gleichzeitig einen wichtigen Hinweis auf eine spezifische Schwachstelle des Tumors, die eventuell therapeutisch genutzt werden könnte. Die Forschergruppe um Dr. Roland Houben will das Zusammenspiel von viralen und zellulären Proteinen in den Merkelzellkarzinomzellen deshalb noch detaillierter unter die Lupe nehmen und charakterisieren.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsvorhaben mit rund 100.000 €, nachdem bereits 170.000 € Fördermittel geflossen sind. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt:
Dr. rer. nat. Roland Houben
Universitätsklinikum Würzburg, Dermatologische Onkologie
Josef-Schneider-Straße 2, 97080 Würzburg
Tel.: 0931/201-26756 ; E-Mail: Houben_R@klinik.uni-wuerzburg.de

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie