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Halluzinationen durch Kaffee

21.07.2011
Im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Untersuchung der La Trobe University in Melbourne, Australien, haben Professor Simon Crowe und seine Kollegen die Auswirkung von Koffein und Stress an zweiundneunzig gesunden Testpersonen untersucht. Die Ergebnisse wurden in der Studie „The effect of caffeine and stress on auditory hallucinations in a non-clinical sample“ zusammengefasst.

Professor Crowe hat dabei herausgefunden, dass fünf oder mehr Tassen Kaffee pro Tag ausreichen, um die Neigung zu Halluzinationen zu erhöhen. „Ein hoher Koffeinspiegel zusammen mit einem stressigen Alltag führten bei gesunden Teilnehmern zu einem erhöhten Risiko, einer Sinnestäuschung zu unterliegen. Dieses Ergebnis macht deutlich, dass man beim Genuss dieser scheinbar harmlosen Droge Vorsicht walten lassen sollte“, meint Professor Crowe.

Nachdem die Probanden angegeben hatten, ob sie im Alltag großem oder geringem Stress ausgesetzt sind und ob sie viel oder wenig Kaffee trinken, wurden sie bestimmten Gruppen zugeordnet. Daraufhin spielte man ihnen Tonbandaufnahmen mit weißem Rauschen vor und bat sie, sich zu melden, wenn sie das Lied „White Christmas“ von Bing Crosby hörten.

Tatsächlich wurde das Lied jedoch kein einziges Mal gespielt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer, die im Alltag unter großem Stress standen und einen hohen Koffeinspiegel aufwiesen, weitaus häufiger der Meinung waren, das Lied gehört zu haben.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen einem hohen Stresslevel und Psychosen und Koffein wird nachgesagt, die Neigung zu Halluzinationen zu beeinflussen. Die Kombination aus Koffein und Stress steigert das Risiko, psychoseartige Symptome zu entwickeln, so Professor Crowe.

Durch die Studie konnte man außerdem erklären, inwiefern Stress für die Entwicklung von Schizophrenie-Symptomen bei gesunden Probanden verantwortlich sein könnte.

„Hinsichtlich dieser Ergebnisse wird deutlich, dass wir besser über Koffeinkonsum und dem damit verbundenen Gesundheitsrisiko informiert werden müssen“, folgert Professor Crowe.

Weitere Informationen:

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Sabine Ranke-Heinemann | idw
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