Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größte Seeschildkröten-Population der Welt entdeckt

25.05.2009
Zentralafrikanisches Gabun als neues Eco-Tourismus-Ziel

Ein internationales Forscherteam hat im zentralafrikanischen Gabun den weltgrößten Nistplatz von Lederschildkröten entdeckt. Im Fachmagazin Biological Conservation berichten die Forscher um Matthew Witt von der University of Exeter über die größte Lederschildkrötenpopulation der Welt.


Lederschildkröte auf dem Weg zurück ins Meer (Foto: www.seaturtle.org)

Ganz sicher sind sich die Wissenschaftler allerdings im Hinblick auf die Zahl der Schildkröten noch nicht: Die Schätzungen der nistenden Weibchen liegt zwischen rund 16.000 und 41.000. Mit der Studie wolle man auf die notwendigen Schutzmaßnahmen in Zentralafrika aufmerksam machen.

Lederschildkröten haben unter allen Reptilien den geografisch weitesten Lebensraum und sind zudem die größten lebenden Schildkröten der Erde. Die Tiere erreichen eine Panzerlänge von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von 540 Kilogramm. Rein zoologisch betrachtet gehören sie nicht zu den Meeresschildkröten, da sie anders als alle anderen Schildkröten keinen typischen Rückenschild mit Hornschuppen besitzen. Ihr loser zusammenhängender Knochenpanzer ist von einer dicken lederartigen Haut umgeben. Lederschildkröten leben als Hochseebewohner in allen tropischen und subtropischen Meeren. Die Schildkröten sind sehr starke Schwimmer und können Tauchtiefen von bis zu 1.200 Metern erreichen.

Wie alle echten Meeresschildkröten sind auch die Lederschildkröten in ihrem Bestand gefährdet. Gründe dafür sind die Jagd, die Entnahme von Eiern aus den Nestern sowie die Fischerei. Ein weiteres großes Problem stellt der im Ozean treibende Müll dar, der einerseits zur tödlichen Falle werden kann, andererseits mit Nahrung verwechselt und verzehrt wird.

Das Forscherteam der Exeter University, gemeinsam mit Vertretern der Wildlife Conservation Society, hat an der 600 Kilometer langen Küste des zentralafrikanischen Staates zwischen 2002 und 2007 die bisher genaueste Studie an Lederschildkröten durchgeführt. Erst seit 1984 war bekannt, dass die Schildkröten an Gabuns Küste nisten.

"Wir haben zwar gewusst, dass Gabun ein großer Lederschildkröten-Nistplatz ist, aber die Dimension war uns bisher nicht bekannt", so Witt. Nun arbeite man mit lokalen Einrichtungen in Gabun daran, diese Nistplätze zu schützen. Co-Autorin Angela Forman von der Wildlife Conservation Society empfiehlt zum Schutz der Schildkröten-Population die Schaffung eines Netzwerks von Nationalparks.

Doch das rund 270.000 Quadratkilometer große Gabun hat in Sachen Natur weit mehr zu bieten als nur die größte Lederschildkrötenpopulation. An der Küste können auch regelmäßig Buckelwale und Delfine beobachtet werden. Gabun will daher in Zukunft auch als Reiseziel reüssieren. Bei der diesjährigen ITB-Berlin war das Land erstmals mit Gabontour vertreten. Beworben wurde dabei vor allem die Umwelt mit den drei Großlandschaften: der Küste, dem Regenwald und der Savanne. Gabuns weite Küste ist ein Mekka für alle, die Wassersportarten und Natur lieben. Darüber hinaus bietet der Regenwald im Landesinneren eine Fülle von Ausflugsmöglichkeiten. Highlights sind die Wasserwege am 1.200 Kilometer langen Ogooue-Fluss und zahlreiche Naturreservate mit einzigartiger Flora und Fauna. Dreimal wöchentlich fliegt Air France http://www.airfrance.fr von Paris nach Libreville. Die Flugzeit von Frankreich nach Gabun beträgt rund sieben Stunden.

Satelliten-Tracking der Schildkröten
http://www.seaturtle.org/tracking/?project_id=340

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.exeter.ac.uk
http://www.wcs.org
http://www.gabontour.ga

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics