Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grönlandwale flirten mehrstimmig

03.08.2009
Eisfreie Arktispassagen eröffnen neue Lebensräume

Mit zwei Stimmen gleichzeitig und in jährlich wechselnden Melodien gehen Grönlandwale auf Partnersuche. Das berichten Forscher der Arktisstation Qeqertarsuaq der Universität Kopenhagen.

Im von ihnen beobachteten Gebiet der Disko Bay an der Westküste Grönlands steigt die Zahl der Grönlandwale erstmals seit langer Zeit wieder deutlich, was eine Folge der globalen Erwärmung zu sein scheint. Diese Ergebnisse werden im Oktober auf einer internationalen Konferenz über Meeressäuger präsentiert.

Der Grönlandwal ist ein bis zu 18 Meter langer und 100 Tonnen schwerer Arktisbewohner, der sich mit einer bis zu 60 Zentimeter dicken Speckschicht vor der Kälte schützt. Sein Fettpolster machte das einst weit verbreitete Säugetier schon seit dem 18. Jahrhundert zu einem begehrten Jagdobjekt. Im Nordatlantik am Anfang des 20. Jahrhunderts galt der Grönlandwal als fast ausgerottet, ehe er 1946 unter kompletten Schutz gestellt wurde. Die lange Zeit winzige Population im Meer zwischen Grönland und Kanada erhielt nun deutlichen Nachschub. "Das geht wahrscheinlich darauf zurück, dass die Nordwest-Passage erstmals seit 125.000 Jahren eisfrei geworden ist. Der Grönlandwal kann nun aus nördlichen Pazifikregionen kommen und sich mit der kleinen ansässigen Population paaren", berichtet Outi Maria Tervo, die Leiterin der Forschungsstation.

Darüber hinaus zeigte die Beobachtung per Hydrophon erstmals, dass Grönlandwale ein spezielle Technik der Liebessänge entwickelt haben, mit dem sie zur Paarungszeit im Frühling oder Frühsommer ihre Partner anlocken. "Im Unterschied zu allen anderen Glattwalarten singt der Grönlandwal manchmal mit mehr als einer Stimme. Er erzeugt zwei unterschiedliche Lieder oder Geräusche, die dann miteinander vermischt werden", so die Zoologin. Im Vergleich zu Finn- oder Blauwal, die in ähnlicher Gewichtsklasse rangieren, seien die Gesänge weitaus komplizierter und erfolgten deutlich höher in einer Frequenz von 100 bis 2.000 Hertz.

Zudem sind Grönlandwale bei der Komposition der Gesänge sehr erfinderisch. "Jahr für Jahr verändern sie die Melodien und wiederholen frühere Gesänge nie. Es ist denkbar, dass die Änderungen im Gesangsrepertoire dazu führen sollen, dass stets neue Partner angelockt und dadurch die Gene weiter verbreitet werden, was einen Überlebensvorteil darstellt." Rätsel stellt der Meeressäuger den Forschern weiterhin. "Der Grönlandwal ist der einzige singende Wal, bei dem man das Geschlecht des Sängers noch nicht ermittelt hat", berichtet Tervo.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://arktiskstation.ku.dk/english/
http://www.marinemammalscience.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Evolutionsvorteil der Strandschnecke
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Mobile Goldfinger
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit