Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Greifswalder Forscher beschreiben alle Proteine eines lebenden Organismus

07.01.2011
Ende 2010 erschien in der international hoch anerkannten Fachzeitschrift „Nature Communications“ eine Arbeit, die in Greifswald im Proteomzentrum der Mikrobiologen entstand. Den Autoren ist es gelungen, das gesamte Proteininventar eines lebenden Organismus zu identifizieren und zu beschreiben. Damit gehören sie weltweit zu den ersten Wissenschaftlern, denen dies gelungen ist.

Die Herausgeber wählten sogar eine Abbildung aus dieser Arbeit für das wechselnde Vorschaubild (Current Feature Image) auf der Internetseite der Zeitschrift aus.


Bild von Proteinen eines lebenden Organismus mit Beschreibung. Grafik: Jörg Bernhardt, Universität Greifswald

Mit der Vorlage der ersten Genomsequenz eines Bakteriums wurde im Jahre 1995 ein neues Zeitalter der Lebenswissenschaften eröffnet. Alle Experten sind sich jedoch darin einig, dass die Genomsequenz nur den Bauplan des Lebens darstellt.

Da die Proteine die Hauptspieler im Leben jedes Organismus sind, ist insbesondere die Proteomanalyse gefragt. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, zu beschreiben, wie der „Bauplan des Lebens“ im realen Leben funktioniert.

Wegen ihrer geringen Komplexität sind Bakterien ideale Modellsysteme, um Leben in einer neuen Komplexität und Qualität zu beschreiben und zu verstehen. Nur einige Hundert bis Tausend Proteine machen deren Leben aus. Das genau ist in dieser Arbeit gezeigt: Die Mehrzahl der Proteine, die von Bakterien gebildet werden, kann nicht nur identifiziert, sondern auch quantifiziert und in genau definierte Bereiche innerhalb und außerhalb der Zelle sortiert werden. Die ganze Dynamik des Proteininventars während der Lebensprozesse von Bakterien – studiert am Beispiel des Übergangs einer wachsenden in eine hungernde Zellpopulation – kann somit verfolgt werden als Basis für ein neues, umfassendes Verständnis von Lebensprozessen.

Die Arbeit schlägt eine Brücke zwischen dem Bauplan lebender Organismen über die Proteinausstattung zu Lebensprozessen. Damit geht sie weit über die Mikrobiologie hinaus und liefert ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der physiologischen Proteomanalyse als sich dramatisch entwickelnder neuer Zweig der Lebenswissenschaften.

Die Arbeit entstand in der Arbeitsgruppe von Prof. Michael Hecker unter Federführung von Dr. Dörte Becher mit Andreas Otto als Erstautor im Rahmen seiner Dissertation und unter Beteiligung des Bioinformatikers Dr. Jörg Bernhardt.

Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
Dr. Dörte Becher, Mikrobiologie
Institut für Mikrobiologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15
17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4230
doerte.becher@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | Uni Greifswald
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de
http://www.nature.com/ncomms/journal/v1/n9/pdf/ncomms1137.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise