Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Gifte im Griff - Über die komplizierte Suche nach den gefährlichen Mykotoxinen

18.03.2009
Wissen Sie, wie viel Schimmelpilze in einer Scheibe Brot sind? Und haben Sie schon einmal überlegt, ob von diesen Pilzen eine Gefahr ausgeht?

Die Experten der BAM forschen zu diesem Thema und haben ein Analysenverfahren zum Nachweis giftiger Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze entwickelt.

Schimmelpilze gibt es überall auf der Welt, in mehr als 300 Arten.

Sie können alle Lebensmittel befallen. Einige von ihnen bilden giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine, die beim Verzehr schwere Gesundheitsschäden verursachen können. Mykotoxine sind stabile Verbindungen, die weder durch Kochen oder Braten noch durch die Verarbeitungsprozesse in der Lebensmittelindustrie zerstört werden.

Selbst dort, wo keine Schimmelpilze zu erkennen sind, können sie sowie ihre Toxine vorhanden sein. Darum kommt es darauf an, sie aufzuspüren und zu verhindern, dass kontaminierte Lebensmittel in die Produktion und den Handel gelangen.

In der EU sind bislang 11 Mykotoxine mit Grenzwerten belegt worden (Verordnung (EG) 1881/2006 und 1126/2007). In Kooperation mit dem österreichischen Department für Agrarbiotechnologie IFA-Tulln hat die BAM ein Analysenverfahren entwickelt, mit dem Mykotoxine quantitativ nachgewiesen werden können.

Die Analyse der Proben erfolgt unter Verwendung der Hochleistungs-Flüssigchromatographie (HPLC), in Kopplung mit einem Massenspektrometer (MS). Mit Hilfe der HPLC erfolgt die Auftrennung der einzelnen Mykotoxine, die anschließend im MS detektiert werden. Hierbei werden die Mykotoxin-Moleküle durch Kollision mit Stickstoffmolekülen fragmentiert, wobei die auftretenden Fragmentierungen sehr spezifisch für die jeweiligen Mykotoxine sind und daher für die Identifizierung und quantitative Analyse herangezogen werden können.

Dr. Robert Köppen von der BAM-Arbeitsgruppe "Analytik von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen" wird auf der ANAKON 2009 über dieses Analysenverfahren in seinem Vortrag "Multikomponentenanalytik für Mykotoxine" berichten. Die ANAKON ist die bedeutendste Analytikerkonferenz im deutschsprachigen Raum, die von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) veranstaltet wird. Sie findet vom 17. bis 20. März in Berlin statt und wird in diesem Jahr von der Humboldt-Universität zu Berlin und der BAM ausgerichtet.

Kontakt: Dr. Robert Köppen
Arbeitsgruppe "Analytik von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen"
Fachgruppe I.2 Organisch-chemische Analytik, Referenzmaterialien
Telefon: 030 8104-5596
Mail: robert.koeppen@bam.de

Dr. Ulrike Rockland | idw
Weitere Informationen:
http://www.bam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kupferhydroxid-Nanopartikel schützen vor toxischen Sauerstoffradikalen im Zigarettenrauch
30.03.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung
30.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE