Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gift bedroht fleischfressende Pflanzen

07.04.2010
Cadmium verringert Wachstum bei Schlauchpflanze

Britische Forscher haben entdeckt, dass kontaminierte Insekten fleischfressende Pflanzen bedrohen können. Forscher um Iain Green von der School of Conservation Sciences an der University of Bournemouth glauben, dass Cadmium ein Grund sein könnte, dass weltweit fleischfressende Pflanzen so stark zurückgehen.

"In Versuchen haben wir festgestellt, dass Cadmium beispielsweise dazu führt, dass die Weiße Schlauchpflanze, eine fleischfressende Pflanze aus den US-Südstaaten, aufhört zu wachsen", so Green gegenüber pressetext. Offensichtlich ist die Belastung mit Chemikalien neben dem Habitatverlust und dem Sammeln ausschlaggebend dafür, dass diese besonderen Pflanzen immer stärker zurückgehen.

Metalle unter Kontrolle

"Eine potenzielle Gefahr für die fleischfressenden Pflanzen, die über die gefangenen Insekten Nährstoffe aufnehmen, sind Schadstoffe, die unmittelbar von der Pflanze aufgenommen werden", so der Forscher. "Zwei Metalle, die hier von besonderer Bedeutung sind, sind Kupfer und Cadmium." Während die Forscher bei Kupfer keine Veränderung beim Wachstum feststellen konnte, war es bei Cadmium problematisch.

"Cadmium ist eine hochtoxische Substanz, die als Nebenprodukt bei der Zinkverhüttung, in kleinem Umfang auch bei der Blei- und Kupferverhüttung anfällt", so Green. Zudem konnte man beobachten, dass es seit der Einführung von Kunstdüngern zu einer Anreicherung von Cadmium auf landwirtschaftlichen Flächen gekommen ist. Damit verbunden, ist auch eine Erhöhung der Cadmium-Werte in nahezu allen Lebensmitteln.

Empfindliche Reaktionen

"Wir haben den Schlauchpflanzen der Spezies Sarracenia leucophylla, die in ihrer Heimat bedroht ist, Maden von Stubenfliegen gegeben und dabei festgestellt, dass sie empfindlich auf das Cadmium reagierten", erklärt der Forscher. "Cadmium hat sich in den Stängeln so stark akkumuliert, dass es toxisch wirken konnte und die Pflanze am Wachsen hinderte."

"Im Gegensatz dazu hat das Kupfer zu keinen Effekten geführt", erklärt Green. Ob auch andere fleischfressende Pflanzen ähnlich reagieren, wollen die Wissenschaftler nun klären. Dazu sollen weitere Studien folgen. Fleischfressende Pflanzen leben in extrem nährstoffarmen Böden. Sie betreiben wie alle Pflanzen Photosynthese, ernähren sich jedoch zusätzlich von Insekten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bournemouth.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie