Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gewebeproben schnell und einfach charakterisieren

18.04.2016

Wissenschaftlern des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien (IPHT) und des Instituts für Physikalische Chemie der Friedrich-Schiller Universität Jena ist es gelungen, Gewebeproben fünfmal schneller als mit herkömmlicher Raman-Mikrospektroskopie aufzunehmen. Sie haben dafür ein Lichtschichtmikroskop mit einem neuartigen bildgebenden Spektrometer kombiniert.

Die neue Lichtschichtbeleuchtung hat den Vorteil, dass Licht auf eine definierte Ebene der Probe verteilt und nicht wie bei der Raman-Mikrospektroskopie auf einen einzelnen Punkt fokussiert wird. Dies schont die Probe und ermöglicht eine gleichzeitige Messung aller Bildpunkte.


Ramanbild eines Zebrafischauges bestehend aus über einer Millionen Spektren, aufgenommen mit Hilfe von Lichtschicht-Raman-Mikrospektroskopie.

Um aus allen Bildpunkten gleichzeitig Spektralinformation gewinnen zu können, wurde ein neuartiges, ultrastabiles Interferometer entwickelt, dass auf dem Prinzip des in sich zurückreflektierenden Katzenauges beruht. Innerhalb von wenigen Minuten werden so über 1000 Raman-Bilder aufgenommen, aus denen mit Hilfe eines Computers die benötigte spektrale Information errechnet wird.

Durch die Lichtschichttechnologie konnte die Bildaufnahme in der Raman-Mikrospektroskopie beschleunigt werden, was Hoffnung auf Anwendungen direkt am Patienten weckt.

Raman-Mikrospektroskopie ist in der Lage, durch Licht detaillierte chemische Informationen aus Proben zu extrahieren. Damit lassen sich z. B. Tumorgewebe von gesundem Gewebe oder auch verschiedene Arten von Bakterien voneinander unterscheiden.

Durch den schwachen Raman-Effekt und das bisher notwendige punktweise Abtasten ist die Raman-Mikrospektroskopie jedoch zu langsam, um größerer Probenflächen (z.B. Gewebeproben) schnell untersuchen zu können, was für eine breite Nutzung im medizinischen Alltag oft notwendig ist.

Die neue bildgebende Methode wurde im Rahmen einer Carl-ZEISS-Strukturmaßnahme seit 2013 entwickelt.

Die Forschungsergebnisse sind im Fachartikel „Light sheet Raman micro-spectroscopy“ im Magazin „Optica“ veröffentlicht und kostenlos abrufbar:
https://www.osapublishing.org/optica/abstract.cfm?uri=optica-3-4-452

Weitere Informationen:

http://www.leibniz-ipht.de

Britta Opfer | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen