Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsforschung mit System

28.10.2011
TU Braunschweig und Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung bringen neues Systembiologie-Zentrum auf den Weg – Ministerin Wanka stellte Pläne vor.

Mit Mathematik Vorhersagen über die Biologie zu treffen: Das ist das Ziel des "Braunschweig Integrated Centre for Systems Biology" – kurz BRICS. Das Forschungszentrum wird als gemeinsame Einrichtung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Technischen Universität Braunschweig gegründet.

Für das BRICS baut die TU Braunschweig mit Unterstützung des Landes Niedersachsen ein neues Gebäude. Die Unterzeichnung des Vertrags über diese Zusammenarbeit war heute Anlass für die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka, dem jungen Zentrum einen Besuch abzustatten.

„Wir schaffen die Möglichkeit, komplexe biologische Prozesse mit Hilfe der Mathematik zu berechnen. Die verkürzte Forschungszeit vom Molekül bis zum fertigen Pharmaprodukt kommt den Patienten zugute. BRICS stärkt die Position Niedersachsens bei den Lebenswissenschaften und passt gut in das Profil der Wissenschaftsstadt Braunschweig“, betont Ministerin Wanka.

"Das neu entstehende Systembiologiezentrum wird künftig die Voraussetzung schaffen, komplexe Zusammenhänge in der biologischen Forschung durch Modellierung und Simulation besser zu verstehen. Die daraus entwickelten Vorhersagen können dann im Labor experimentell überprüft werden. Dabei ergänzen sich die Forschungsschwerpunkte des HZI und der TU Braunschweig in idealer Weise, und das bald unter einem gemeinsamen Dach”, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI."

Tradition der Zusammenarbeit in der Forschungsregion Braunschweig
„Das BRICS wird ein neues, weithin sichtbares Forschungszentrum. Es steht für die Tradition der engen Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und Forschungseinrichtungen in unserer Region. Mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat die TU Braunschweig schon immer eng zusammengearbeitet. Der neue Rahmenkooperationsvertrag macht aber das BRICS nicht nur formell möglich. Er sichert auch die grundsätzliche Kooperation zwischen uns, die bei weitem nicht nur auf die Arbeit im künftigen BRICS-Gebäude beschränkt sein wird", erklärt TU-Präsident Prof. Jürgen Hesselbach.

Das BRICS vereint Naturwissenschaftler verschiedenster Disziplinen sowie Ingenieure, um in enger Kooperation Fragen aus der Gesundheitsforschung mit Methoden der Systembiologie zu beantworten. Ziel der Forschung ist es neue Medikamente, Therapien und Strategien gegen Krankheitserreger zu entwickeln. Das BRICS ist damit auch ein wichtiger Baustein der Translationsallianz Niedersachsen (TRAIN).

Überraschende Ergebnisse durch ganzheitliche Betrachtung
Systembiologie ist ein moderner Zweig der Biowissenschaften. Sie möchte das Verhalten biologischer Systeme – Zellen, Gewebe, Organe oder Organismen – in ihrer Gesamtheit verstehen. Um dies zu erreichen, werden alle relevanten biologischen Daten experimentell ermittelt, mithilfe der Bioinformatik ausgewertet und schließlich in mathematische Modelle eingebunden. Durch wiederholte experimentelle Überprüfung und Anpassung der theoretischen Modelle erhält man ein tiefergehendes Verständnis der zugrunde liegenden biologischen Prozesse.

„Die Systembiologie bringt uns zu ganz neuen Therapie-Ansätzen“, erklärte Prof. Dieter Jahn, Sprecher des BRICS-Vorstands. „Wir haben zum Beispiel in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt mit Biotechnologen, Mikrobiologen und Chemikern gemeinsam Harnwegsinfektionen systembiologisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Krankheitserreger während der Infektion von ganz bestimmten Nährstoffen abhängen. Liefert man ihnen diese Nährstoffe, ändern sie während des Experiments ihr Verhalten und sind offensichtlich nicht mehr krank machend. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis sind wir nur durch die ganzheitliche Betrachtung der Systembiologie gekommen.“

Forschungsbau am Rebenring
Das neue Gebäude entsteht auf dem Campus der TU Braunschweig am Rebenring in direkter Nähe zum Haus der Wissenschaft. Das Land Niedersachsen finanziert gemeinsam mit der TU Braunschweig diesen Neubau mit insgesamt 26 Millionen Euro. Auf vier Etagen werden experimentelle Labore und theoretisch arbeitende Gruppen Platz finden. Einen zweiten Standort erhält das BRICS auf dem Campus des HZI.
Kontakt
Dr. Ida Retter
Koordinatorin für BRICS
Braunschweig Integrated Centre for Systems Biology
Tel 0531-391-5851
E-Mail: i.retter@tu-braunschweig.de

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.brics.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften