Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheit per Bluttest messbar machen

11.09.2017

Zukünftig möchte die Medizin in immer stärkerem Maß präventiv tätig werden. Daher werden Messmethoden, die eine Veränderung von „gesund“ zu „krank“ anzeigen, immer wichtiger für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diese Forschungsansätze sind auch ein Schwerpunkt im Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“. Die Europäische Union (EU) fördert jetzt ein Projekt unter Leitung des Kieler Mediziners Professor Matthias Laudes, in dem Biomarker erforscht werden sollen die den Status „gesund“ messbar machen. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Forschenden in etwa drei Jahren. Solange wird das Projekt mit mehr als einer Million Euro gefördert.

In der Medizin gibt es heute viele so genannte Biomarker. Dabei handelt es sich um bestimmte Messwerte im Blut, die eine Erkrankung anzeigen können. Diese Biomarker sind sehr wichtig für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte um den Erfolg einer Therapie zu bewerten.


Professor Matthias Laudes

SoulPicture Kiel

Ein Beispiel hierfür ist der HbA1c Wert, der anzeigt wie gut ein Diabetiker eingestellt ist. Leider liegen solche Biomarker bisher nur für Erkrankungen vor, nicht aber für Gesundheit. Gerade für Vorsorgeuntersuchungen oder Programme zur Lebensstiländerung würden sich präventiv tätige Medizinerinnen und Mediziner aber solche Messinstrumente wünschen. Dieser Frage geht nun ein internationales Forscherbündnis (BioNUGUT) nach, das von der Europäischen Union mit über einer Million Euro gefördert wird.

Professor Matthias Laudes, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“, Medizinische Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Leiter der Klinischen Ernährungs- und Stoffwechselmedizin an der Klinik für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, koordiniert das Projekt:

„In den vergangenen zehn Jahren haben wir gelernt, dass Gesundheit ein Zustand ist, in dem alle unsere Körperzellen mit allen Bakterien die in uns und auf uns leben im Einklang stehen.“ Sei diese Symbiose gestört, könnten sich Krankheiten wie Diabetes und Darmentzündungen entwickeln.

Deshalb suchen die Forschenden jetzt Faktoren, die das gesunde Zusammenleben von uns Menschen mit all unseren Darmbakterien anzeigen, damit diese später als Indikatoren einer gesunden Lebensweise in Präventionsprogrammen genutzt werden können.

Ebenfalls am Projekt beteiligt ist Clustermitglied Professorin Karin Schwarz vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde an der Kieler Universität. Neben europäischen Arbeitsgruppen ist an dem Projekt auch eine Wissenschaftlerin aus Kanada beteiligt. Auf diese Weise wollen die Beteiligten untersuchen, ob die neuen Biomarker für Gesundheit geographischen Besonderheiten unterliegen. Erste Ergebnisse erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ungefähr drei Jahren.

Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Laudes
Klinische Ernährungs- und Stoffwechselmedizin, UKSH, Campus Kiel
Tel.: (0431) 500-22217
E-Mail: Matthias.Laudes@uksh.de

Bildmaterial steht zum Download bereit:
http://inflammation-at-interfaces.de/de/newsroom/aktuelles/Laudes_Matthias_2017_...
Professor Matthias Laudes
Copyright: SoulPicture Kiel

Pressekontakt:
Dr. Tebke Böschen
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail: tboeschen@uv.uni-kiel.de
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de

Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
E-Mail: spetermann@uv.uni-kiel.de
Twitter: I@I @medinflame

Weitere Informationen:

http://inflammation-at-interfaces.de/de/newsroom/aktuelles/gesundheit-per-blutte...

Dr. Tebke Böschen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics