Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesellschaft für Virologie nimmt Stellung: Neuartiges Coronavirus keine unmittelbare Gefahr

02.04.2013
Von dem neuartigen Coronavirus, das in München vor wenigen Tagen zum Tod eines Menschen geführt hat, geht nach Einschätzung der Gesellschaft für Virologie (GfV) keine unmittelbare Gefahr für die Allgemeinbevölkerung aus. Eine Epidemie wie 2002/2003 durch das verwandte SARS-Virus sei nicht zwingend zu befürchten, teilt die Fachgesellschaft in einer aktuellen Stellungnahme mit.

Der Patient aus Abu Dhabi, der am 26. März 2013 in einer Klinik in Schwabing verstarb, war seit April 2012 der elfte Mensch, der an den Folgen einer Lungenentzündung mit dem Betacoronavirus 2c EMC/2012 gestorben ist.

Die Zahl der Erkrankungen wird mit 17 angegeben. „Hieraus lässt sich jedoch nicht zwingend ableiten, dass es sich bei dem Erreger um ein besonders tödliches Virus handelt“, sagen der Präsident der Gesellschaft für Virologie Professor Dr. Thomas Mertens und der Coronavirusspezialist Professor Dr. Christian Drosten. Wie bei anderen neu auftretenden Infektionen könne davon ausgegangen werden, dass die bekannt gewordenen Erkrankungen nur die Spitze eines Eisbergs sind. „Wir vermuten jedoch, dass die Mehrheit der Infektionen mild verläuft und deshalb nicht erkannt wird“, sagt Drosten, der am Universitätsklinikum Bonn das Institut für Virologie leitet. Beide verweisen in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Patienten, der im vergangenen Jahr ohne Kenntnis der Diagnose in Essen behandelt wurde und dort keine anderen Menschen angesteckt hat.

Die Einschätzung der Experten gründet sich auf die Übertragungswege des Virus, das bevorzugt die tieferen Abschnitte des Atemtrakts befällt. „Für eine Ansteckung ist deshalb ein enger Kontakt notwendig“, sagen die Fachleute. Dies erkläre, warum die ganz wenigen bekannt gewordenen Übertragungen von Mensch zu Mensch nur unter engen Familienmitgliedern erfolgten. Optimistisch stimmt die GfV-Experten auch, dass das menschliche Interferon-System das neuartige Coronavirus effektiver bekämpft als das verwandte SARS-Coronavirus. Interferone sind Eiweiße, die von infizierten Zellen zur Virusabwehr gebildet werden. Zur Diagnose der Erkrankung gibt es laut Mertens inzwischen zuverlässige Tests, an deren Entwicklung deutsche Universitätsinstitute für Virologie federführend beteiligt waren.
Die Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie steht online unter: http://www.g-f-v.org

Kontakt für Journalisten:

GfV Pressestelle
Kathrin Gießelmann
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart

Tel: 0711 89 31 981
Fax: 0711 89 31 984
E-Mail: giesselmann@medizinkommunikation.org

Kathrin Gießelmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.g-f-v.org

Weitere Berichte zu: Coronavirus Drosten SARS-Virus Virologie Virus tödliches Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert
06.12.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Forscher vergleichen Biodiversitätstrends mit dem Aktienmarkt
06.12.2016 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik