Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was geschieht mit dem Fett im Körper?

11.01.2013
Der Sonderforschungsbereich 645 an der Universität Bonn untersucht den Zusammenhang zwischen Fettstoffwechsel und Krankheiten.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat den SFB nun für weitere vier Jahre verlängert. Mehr als zehn Millionen Euro fließen in das fakultätsübergreifende, exzellente Forschungsprogramm, an dem rund 100 Wissenschaftler der Universität Bonn, des Forschungszentrums caesar und der Hebrew University in Jerusalem beteiligt sind. Die Wissenschaftler wollen in der neuen Förderperiode noch tiefer die Ursachen von Fettleibigkeit und Lipid-Speicherkrankheiten erforschen.

Die Menschen in den Industrienationen werden immer dicker – damit steigt das Risiko, etwa Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes zu bekommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Fettstoffwechsel, der als ein wichtiges Thema im Sonderforschungsbereich „Regulation und Manipulation von biologischer Informationsübertragung in dynamischen Protein- und Lipidumgebungen“ (SFB 645) untersucht wird. Die Forscher wollen zum Beispiel im Detail verstehen, wie Lipide im Fettgewebe gespeichert und bei Energiebedarf wieder freigesetzt werden“, erklärt Prof. Dr. Michael Hoch, SFB-Sprecher und Geschäftsführender Direktor des Life & Medical Sciences (LIMES) Instituts der Universität Bonn. „Es handelt sich dabei um Grundlagenforschung, aber mit unmittelbarem Bezug zu Erkrankungen, die genetische Ursachen haben oder durch kalorienreiche Ernährung auftreten.“

Mehr als zehn Millionen Euro fließen in das Forschungsprogramm

Der SFB wird bereits seit dem Jahr 2005 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und geht nun in die zweite Verlängerung. „Die Konkurrenz der Antragsteller war diesmal sehr groß - insbesondere wegen vieler Anträge, die im Nachgang zur Exzellenzinitiative bei der DFG eingereicht wurden“, sagt Prof. Hoch. „Die Gutachter haben uns bescheinigt, dass unser SFB im Gebiet der Lipid-Forschung international sichtbar und anerkannt ist. Dies war ein großes Kompliment für unsere Forschung und spornt uns auch für die nächsten vier Jahre enorm an.“ Ab Januar werden mehr als zehn Millionen Euro in das fakultätsübergreifende Forschungsprogramm fließen.

Rund 100 Wissenschaftler forschen am Lipidstoffwechsel

Rund 100 Doktoranden, Post-Doktoranden, Assistenten und technische Mitarbeiter werden in insgesamt 17 Forschungsprojekten und zwei zentralen Technologie-Plattformen, der Massenspektrometrie und Genomik, gemeinsam arbeiten. „Wir stellen für alle beteiligten Forschergruppen eine neuartige Markierungs-Technologie bereit, die ohne Radionuklide auskommt“, berichtet LIMES-Forscher Prof. Dr. Christoph Thiele. Damit lässt sich dann die Umwandlung der Lipide im Stoffwechselprozess verfolgen.

Im SFB kooperieren Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen

Im SFB kooperiert das LIMES-Institut fachübergreifend mit Forschern aus der Zellbiologie und Medizin der Universität Bonn sowie der Hebrew University in Jerusalem. Die Verlängerung durch die DFG stärkt zudem die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum caesar. „In den letzten Jahren ist in Bonn ein zell- und neurobiologisches Cluster entstanden, in dem caesar mit seinen interdisziplinären Gruppen, seiner hervorragenden Infrastruktur und kreativen wissenschaftlichen Methoden die exzellente Forschung der Universität Bonn sinnvoll ergänzen kann“, sagt der Wissenschaftliche caesar-Direktor Prof. Dr. Ulrich Benjamin Kaupp.

Potenzielle Ansatzpunkte für neue Therapien

Eine weitere Anbindung der Grundlagenforschung im SFB zu klinischen Anwendungen sind Speicherkrankheiten, die durch Fehlfunktionen im „Lysosom“ – dem „Verdauungsapparat“ der Zellen – ausgelöst werden. Meist sind die Defekte genetisch bedingt. Betroffen von den teils schwer verlaufenden Krankheiten sind auch Nervenzellen und Gehirn, weil dort besonders viele Lipide gespeichert sind. „Wir haben im SFB Tiermodelle und Hemmstoffe für diese Krankheiten entwickelt, die wir nun durch die Verlängerung der Förderperiode weiter für die Forschung nutzen können“, macht Prof. Hoch deutlich.

Ein neues Gebäude beflügelt den erfolgreichen SFB

In der aktuellen Förderperiode zogen die LIMES-Forscher in ihr neues für Forschung und Lehre maßgeschneidertes Gebäude an der Carl-Troll-Straße. „Die meisten der rund 170 LIMES-Mitarbeiter sind in irgendeiner Weise in den SFB 645 involviert“, sagt Prof. Hoch. Für die neue Phase steht die Erweiterung des LIMES-Gebäudes um einen Trakt bevor. Winkelförmig soll hinter dem Gebäude ab dem Herbst 2013 ein ebenso hochmoderner Anbau mit Labors, Lehr- und Veranstaltungsräumen entstehen. „Das wird unsere erfolgreiche Forschung weiter beflügeln. Wir werden neue LIMES-Arbeitsgruppen unterbringen können, es werden zusätzliche Technik-Plattformen entstehen, und wir werden auch die Ausbildung der LIMES-Studenten und -Nachwuchswissenschaftler weitgehend im Institut durchführen können“, sagt Prof. Hoch.

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Hoch
Life & Medical Sciences Institute (LIMES)
Geschäftsführender Direktor
Sprecher des SFB 645
Tel. 0228/7362736
E-Mail: m.hoch@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.uni-bonn.tv/podcasts/20120722_BE_LIMES_V4.mp4/view

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien
19.09.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden
19.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie