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Geruch entscheidet bei der weiblichen Partnerwahl

19.03.2009
Duftstoffe verraten männliches Potenzial für gesunden Nachwuchs

Der Geruch könnte wesentlichen Ausschlag dafür geben, wen Frauen als Partner wählen. Das behaupten Zoologen der Universitäten Havard und Cambridge in einem Artikel der Fachzeitschrift Quaterly Review of Biology.

Aus Studien an verschiedenen Säugetieren folgern sie, dass auch die Weibchen in der Partnerwahl ein Wort mitreden, sobald der Rivalitätskampf der Männern außer Acht gelassen wird. Zwar stecke die Erforschung geruchsspezifischer Aspekte der Paarung noch in den Kinderschuhen.

"Es ist jedoch möglich, dass die Männchen mancher Säugetierarten Signale produzieren, die der Ausprägung und Komplexität eines Pfauenschwanzes oder des Schilfrohrsänger-Gesangs gleichkommen", so die Studienautoren Tim Clutton-Brock und Katherine McAuliffe.

Dass Säugetier-Weibchen ihre Partner auch selbst wählen und dabei den Geruch einsetzen, sehen die Autoren bei gefangenen Tieren bewiesen, bei denen man den Wettbewerb der Männchen ausschließt. Mehrmals sei beobachtet worden, dass die Weibchen die von den Männchen hinterlassenen Duftmarken einer genauen Prüfung unterziehen und in der Paarung die Männchen bevorzugen, die häufiger eine Duftnote hinterlassen. Denn diese verrate einiges über die potenziellen Partner, so die Autoren, insbesonders über die genetische Verschiedenheit des Männchens.

"Eltern mit anderen Genen in bestimmten Abschnitten des Erbguts haben eher die Wahrscheinlichkeit für gesunden Nachwuchs. Deshalb bewerben Männchen ihren Genotyp durch Riechstoffe, die die Weibchen aufnehmen und sich vorrangig mit genetisch andersartigen Männchen paaren", erklären die Zoologen. Diese Fähigkeit, ein genetisch gutes Gegenstück per Geruch zu erkennen, sei bisher sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen entdeckt worden.

Andere Studien von verschiedenen Nagetieren ergaben, dass Weibchen am Geruch von Männchen erkennen, ob sie mit Parasiten befallen sind. Das hilft ihnen, einer Paarung rechtzeitig aus dem Weg zu gehen. Da die Widerstandsfähigkeit gegenüber Parasiten oft genetisch verankert ist, könne ein parasitenfreier Partner auch dem Nachwuchs zugute kommen, so die Forscher. Als einen Grund für diesen Mechanismus sehen die Studienautoren den Umstand, dass viele Säugetierarten auch in der Nacht sexuell aktiv sind.

Im Unterschied zu vielen Vogelarten, deren Weibchen nach optischen oder akustischen Kriterien auswählen, seien bei Säugetieren bei der Partnerwahl visuelle Reize weniger entscheidend als der Geruch. Da dieser für die Menschen nicht unmittelbar sichtbar ist, sei er bisher kaum als wichtiger Faktor berücksichtigt worden, erklären die Zoologen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu
http://www.cam.ac.uk

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