Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genom der Wald-Erdbeere sequenziert

11.01.2011
Ein Wissenschaftler-Netzwerk hat das Genom der Wald-Erdbeere entschlüsselt. Die Pflanze könnte nun zur Modellpflanze der Rosengewächse werden. Und auch Züchter und Konsumenten könnten vom Wissen über die aromatische Wildpflanze profitieren.

Am Waldrand sieht man sie rot leuchten: Die kleinen, intensiv schmeckenden Früchte der Wald-Erdbeere (Fragaria vesca). Mit ihrem aromatischen Geschmack können die meisten ihrer kultivierten Verwandten (Fragaria × ananassa) nicht mithalten. Das gesunde Früchtchen enthält große Mengen an Antioxidantien wie Tanninen, den Vitaminen A, C und B12 sowie den Mineralien Kalium, Calcium und Magnesium. Sie ist den Menschen seit langem als Nahrung bekannt und spielte auch als Heilpflanze und in Mythen eine wichtige Rolle. Aufgrund ihres niedrigen Ertrages hat die Wald-Erdbeere heute jedoch eine eher geringe wirtschaftliche Bedeutung. Sie wird allenfalls als „Königin des Beerenobst“ in der Haute Cuisine verwendet.

In der Kürze liegt die Würze

Einem internationalen Netzwerk aus 74 Forschern von 38 Forschungseinrichtungen ist es nun gelungen, das komplette Genom der Wald-Erdbeere zu entschlüsseln. Mit rund 35.000 Genen bestehend aus zirka 240 Millionen Basen ist ihr Genom relativ kurz und einfach. Im Vergleich: das menschliche Genom besteht aus etwa drei Milliarden Basen, hat aber nur 23.000 Gene. Das kompakte und nun bekannte Genom macht die Wald-Erdbeere zu einer idealen Modellpflanze für die Erforschung weiterer Rosengewächse (Rosaceae) – für die Forschung und Züchtung von kultivierten Erdbeeren, aber auch von Pfirsichen, Kirschen und Mandeln. Die Pflanze ist zudem relativ einfach genetisch zu modifizieren, wächst schnell und lässt sich unkompliziert vermehren und züchten.

Die Genomsequenzierung wurde ausschließlich mit short-read Sequenziertechnologien realisiert, ohne Zuhilfenahme physikalischer Kartierungsmethoden und Referenzgenome.

Die kleine Wilde als Vorbild

Auf Basis des nun vorliegenden Genoms wollen die Wissenschaftler weiter forschen, um den genetischen Ursachen für ökonomisch wichtige Eigenschaften der Erdbeere wie Krankheitsresistenz, Nährwert, Entwicklungskontrolle und Fruchtgeschmack auf den Grund zu gehen. Ihre Ergebnisse könnten dann auch für Züchter und Erdbeerliebhaber neue (geschmackliche) Perspektiven eröffnen. Zum Beispiel dann, wenn es den Forschern gelingt, durch ein besseres Verständnis der Gene und deren Funktion den über lange Jahre der Züchtung bei kultivierten Erdbeeren verloren gegangenen intensiven Geschmack der Wald-Erdbeere wiederzubeleben.

Quelle:
Vladimir Shulaev et al. (2010): The genome of woodland strawberry (Fragaria vesca). Nature Genetics, publiziert am 26. Dez. 2010, doi:10.1038/ng.740 (abstract).

| Pflanzenforschung.de
Weitere Informationen:
http://www.pflanzenforschung.de/journal/aktuelles/genom-der-wald-erdbeere-sequenziert

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Pflanzen können drei Eltern haben
18.10.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik