Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genfehler für schwere Grippe verantwortlich

26.03.2012
Variante von IFITM3 wahrscheinlich nur Teil eines Puzzles

Wissenschaftler des Wellcome Trust Sanger Institute haben einen genetischen Fehler identifiziert, der erklären könnte, warum manche Menschen schwerer an der Grippe erkranken als andere. Die Forscher schreiben in Nature http://nature.com , dass diese Variante des Gens IFITM3 bei Menschen, die wegen einer Grippe ins Krankenhaus eingeliefert werden, viel häufiger ist als bei der allgemeinen Bevölkerung.

Impfungen empfohlen

Die Gen-Variante kontrolliert ein missgebildetes Protein, das die Zellen anfälliger für eine Virusinfektion macht. Laut den Experten sollten Menschen mit diesem genetischen Fehler eine Grippe-Impfung erhalten, wie auch all jene, die zu den bekannten Risikogruppen gehören. Für die aktuelle Studie wurde das Gen bei Mäusen entfernt. Wenn sie an einer Grippe erkrankten, waren ihre Symptome viel schwerer als bei Mäusen, die über das Gen verfügten.

Gendatenbanken mit Tausenden Datensätzen zeigten, dass die fehlerhafte Version des Gens bei rund einem von 400 Menschen auftritt. Das Wissenschaftlerteam aus England und den USA sequenzierte die IFITM3-Gene von 53 Patienten, die aufgrund einer Grippe ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Bei drei Personen konnte diese Variante nachgewiesen werden. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu 20.

Weitere Analysen notwendig

Diese Forschungsergebnisse sollten laut den Wissenschaftlern in größeren Studien überprüft werden. Es handelt sich dabei wahrscheinlich nur um einen Teil eines viel größeren Puzzles, das das Gripperisiko einer Person bestimmt. Paul Kellam vom Wellcome Trust Sanger Institute, einer der Leiter der Studie, betonte, dass Menschen, die aufgrund einer Komorbidität einem höheren Risiko ausgesetzt sind, derzeit bereits gegen Grippe geimpft werden. Das sei auch bei der Gen-Variante die Idee.

Es macht jedoch auch beim Vorliegen dieser Gen-Variante keinen Unterschied, wie Menschen behandelt werden. Laut Kellam ist dieses Forschungsprojekt für Menschen wichtig, die über diese Gen-Variante verfügen. Denn es lässt sich jetzt vorhersagen, dass ihre Immunabwehr durch Virusinfektionen geschwächt würde. "Wenn wir mehr über die genetischen Grundlagen der Anfälligkeit für Viren wissen, können die Betroffenen gezielt Schutzmaßnahmen wie eine Impfung ergreifen."

Bestehende Vermutungen bestätigt

Laut Peter Openshaw vom Centre for Respiratory Infection at Imperial College London http://imperial.ac.uk bestätigen die Forschungsergebnisse die bestehenden Vermutungen, dass bei den schwer erkrankten Patienten etwas anders passiert. Mark Walport, Direktor des Wellcome Trust http://wellcome.ac.uk erklärte, dass diese Forschungsergebnisse dazu beitragen zu verstehen, wie genetische Faktoren den Verlauf einer Erkrankung beeinflussen können.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.sanger.ac.uk

Weitere Berichte zu: Gen FTO Gen-Variante Genfehler Grippe IFITM3 Puzzles Virusinfektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Krebsdiagnostik: Pinkeln statt Piksen?
25.05.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie
25.05.2018 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics