Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetische Verwandtschaft: Update für Superstammbaum der Raubtiere

27.02.2012
Der Oldenburger Hochschullehrer für Molekulare Systematik, Prof. Dr. Olaf Bininda-Emonds ist Experte für Superstammbäume. Der Wissenschaftler hat nun eine aktualisierte Version des Superstammbaus für Raubtiere in der Zeitschrift BMC Biology veröffentlicht.

Raubtiere und ihre evolutionären Beziehungen sind seit Jahren Forschungsgegenstand des Oldenburger Hochschullehrers für Molekulare Systematik, Prof. Dr. Olaf Bininda-Emonds. Der aus Kanada stammende Wissenschaftler war der erste, der mit seinem Team die Verwandtschaftsverhältnisse sämtlicher lebender Raubtierarten (Carnivora) systematisch zusammengefasst hat.

Die 1999 veröffentlichten Forschungsergebnisse des damals in Oxford (Großbritannien) arbeitenden Wissenschaftlers waren Teil eines Superstammbaums für sämtliche lebende Säugetierarten, der 2007 in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde und nicht nur in der Fachwelt für Furore sorgte. Der rasante Fortschritt der Molekularbiologie hat seither eine Fülle neuer DNA-Informationen geliefert, die Bininda-Emonds und Katrin Nyakatura (Universität Jena) für eine Aktualisierung des Stammbaums der Carnivora genutzt haben.

„Updating the evolutionary history of Carnivora (Mammalia): a new species-level supertree complete with divergence time estimates“ („Aktualisierung der Evolutionsgeschichte der Raubtiere (Säugetiere): ein neuer Superstammbaum samt zeitlicher Einordnung der Diversifikation“) heißt der Beitrag für die britische Open-Access-Fachzeitschrift BMC Biology, in dem sie ihr Update für den Stammbaum der Raubtiere vorstellen.

Für den Superstammbaum, der alle rezenten (lebenden) Raubtierarten – vom Löwen bis zum Wiesel – einschließt, fassten die ForscherInnen die Information vieler kleiner phylogenetischer Stammbäume zusammen. Durch gezielte Datenbankauswertung stellten sie die bislang größte Datenmatrix für die Gruppe der Raubtiere zusammen – ca. 45.000 Basenpaare DNA für 74 Gene. Diese Informationen kombinierten sie mit vorliegenden Daten aus insgesamt 114 Studien und erhielten so den aktualisierten Superstammbaum.

„Er gewährt“, erläutert Bininda-Emonds, „völlig neue Einblicke in die evolutionäre Entwicklung dieser faszinierenden Säugetiergruppe und gibt Aufschluss über wichtige Zeitepochen der Diversifikation – beispielsweise über den Evolutionsschritt vor 53 Mio. Jahren, als sich die fleischfressenden Säugetiere herausbildeten, und die Zeitspanne vor 18 bis 7,3 Mio. Jahren, als es zu zahlreichen neuen Arten innerhalb dieser Säugetierordnung kam“, so der Biologe. Damit bilde der Superstammbaum die Grundlage für eine Vielzahl weiterer Forschungsprojekte zu dieser Säugetierordnung.

Kontakt: Prof. Dr. Olaf Bininda-Emonds, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Tel.: 0441/798-3965,

E-Mail: olaf.bininda@uni-oldenburg.de

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de
http://www.biomedcentral.com/bmcbiol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Pflanzen können drei Eltern haben
18.10.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik