Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genetisch bedingten Herzerkrankungen auf der Spur

29.05.2015

Unterstützt durch den Förderverein, erlaubt ein neues Sequenziergerät im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, eine noch schnellere und genauere Untersuchung des Erbguts.

Zur Forschungsförderung auf dem Gebiet der Molekulargenetik hat der Förderverein des Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, die Anschaffung eines neuen DNA-Sequenziergeräts unterstützt.


Platz für 12 Patienten und 174 Gene: Diese „Flow Cell“ wird in das Sequenziergerät eingeschoben, das anschließend zahlreiche darauf enthaltenen Informationen automatisch abliest

(Foto: Armin Kühn)

Titularprofessor Dr. Otto Foit, Vorsitzender des Fördervereins, hat das High Tech-Gerät jetzt an Prof. Dr. Cornelius Knabbe, den Direktor des Instituts für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin und Ärztlichen Leiter des MVZ im HDZ NRW, und Prof. Dr. Hendrik Milting, Leiter des Erich und Hanna Klessmann-Instituts für Kardiovaskuläre Forschung und Entwicklung, übergeben.

Das Herz- und Diabeteszentrum NRW nutzt seit 1999 die Methode der DNA-Sequenzierung zur Analyse des Erbguts, um Mutationen zu identifizieren, die für die Vererbung bestimmter Erkrankungen innerhalb einer Familie verantwortlich sind. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach gendiagnostischen Analysen ebenso gestiegen wie der Forschungsbedarf für die molekularen Mechanismen schwerer Herzerkrankungen, mit denen sich die Forschungsinstitute des HDZ NRW befassen.

Für die molekulare Analyse wird mit Blutproben des Patienten gearbeitet, die Erbsubstanz (DNA) enthalten. Das neue Sequenzierverfahren macht es möglich, nach Mutationen zu suchen, die zum Teil lebensbedrohliche Herzerkrankungen verursachen können.

Dafür wird die aus dem Blut isolierte DNA auf einen kleinen Träger, die sogenannte „Flow Cell“ gegeben. Etwa 24 Stunden dauert es, bis das Sequenziergerät die spezifischen Regionen auf der DNA von der Flow Cell abgelesen hat.

„Dabei können wir jetzt das Genmaterial von bis zu zwölf Patienten gleichzeitig überprüfen und mehr als 2,5 Milliarden genetische Bausteine sequenzieren,“ beschreibt Prof. Milting die Leistungsfähigkeit des neuen Geräts, das zunächst vorrangig zu Forschungszwecken in der Universitätsklinik eingesetzt wird. Um den gleichen Umfang an Daten mit klassischen Sequenzierverfahren zu erhalten, die auch für die Veröffentlichung des ersten humanen Genoms vor mehr als zehn Jahren verwendet wurden, würde dies Monate dauern und ein Vielfaches an Kosten verursachen.

Die Leistungsfähigkeit des neuen Verfahrens erlaubt den Forschern am HDZ NRW jetzt auch die Aufklärung komplexerer Herzerkrankungen. Neben dem Einsatz in der molekulargenetischen Forschung von Herzerkrankungen könnten sich zukünftige Schwerpunkte in der Infektionserreger- und Gerinnungsdiagnostik ergeben.

Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 37.000 Patienten pro Jahr, davon 15.000 in stationärer Behandlung, ist das HDZ NRW ein führendes Spezialklinikum in Europa. Unter einem Dach arbeiten vier Universitätskliniken und Institute seit 30 Jahren interdisziplinär zusammen. Das HDZ NRW ist Universitätsklinik und zugleich Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum.

Der Förderverein Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen Bad Oeynhausen e.V. besteht seit 1992 und hat in dieser Zeit über eine Million Euro an Sach- und Projektspenden für das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) zur Verfügung gestellt, die nicht von den Krankenversicherungen getragen werden. Viele ehemalige Patienten des Herz- und Diabeteszentrums sind Mitglieder des Fördervereins, dessen ehrenamtliche und gemeinnützige Aufgaben in der Satzung festgelegt sind. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Aufgabenstellung des HDZ NRW.

Weitere Informationen:

http://www.hdz-nrw.de

Anna Reiss | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics